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	<description>...feine Kinderbücher seit 2003</description>
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		<title>Das 14. Kapitel</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 13:42:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carola wimmer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Großes Finale. Aber auch Belobigung und Anerkennung? 14. Kapitel Die Sylvester-Gala bei Tilly Plörr war im vollen Gange. Alles was in Grüngurken Rang und Namen hatte war anwesend. Yingxin, Niels, Ronnie und Siegfried hatten ihre besten Klamotten an. Yingxins Haar war festlich aufgetürmt. Ronnie trug eine schwarze Fliege zum dunkelblauen Samtanzug. Conzuela Bansenberg schlenderte in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Großes Finale. Aber auch Belobigung und Anerkennung?</strong></p>
<p><span id="more-337"></span></p>
<address style="padding-left: 60px;"><strong>14. Kapitel</strong></address>
<address style="padding-left: 120px;"> </address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Sylvester-Gala bei Tilly Plörr war im vollen Gange. Alles was in Grüngurken Rang und Namen hatte war anwesend. Yingxin, Niels, Ronnie und Siegfried hatten ihre besten Klamotten an. Yingxins Haar war festlich aufgetürmt. Ronnie trug eine schwarze Fliege zum dunkelblauen Samtanzug. Conzuela Bansenberg schlenderte in einem goldenem Cocktailkleid vorbei und grüßte ohne eine Mine zu verziehen, indem sie unmerklich mit dem Kopf nickte. „Es ist so unglaublich fantastisch hier zu sein!“ Ronnie war ausser sich vor Begeisterung. Yingxin lächelte ihn herzlich an. Cosima und Vilmar Kabunke standen in glitzernder Abendgarderobe am Buffet und plauderten mit Baronin Flawicke über ihren Mops Topsi. Löffelhöfers befanden sich im angeregten Gespräch mit Tilly Plörr. Nur Niels schien mit seinen Gedanken woanders zu sein. Etwas traurig nippte er an seinem Glas Orangensaft.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Mit einem Mal verstummte die Musik. Die Gastgeberin ging ein paar Stufen die Treppe hinauf und klingelte mit einem Löffelchen gegen ihr Champagner-Glas.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Verehrte Gäste! Ich bin ausgesprochen glücklich, dass dieses Jahr so positiv für uns alle ausklingt“, begann sie ihre Rede. „Einer der hinterhältigsten Verbrecher konnte festgenommen werden. Das gestohlene Diebesgut ist vollständig wieder aufgetaucht und den Bestohlenen ausgehändigt worden. Und dies alles verdanken wir jemandem ganz besonderem.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Im Saal war es mittlerweile mucksmäuschenstill geworden. Ronnies Blick flatterte. Mit Stolz geschwellter Brust und erhobenem Kinn hing er an den Lippen der Schauspielerin.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich möchte die Gelegenheit ergreifen, jemandem hier im Raum meinen besonderen Dank auszusprechen. Jemanden, ohne dessen Hilfe, Warholig und sein gemeiner Scherge heute nicht hinter Gitter säße. Verehrte Damen und Herren, spenden sie mit mir einen warmen Applaus für – Siegfried Löffelhöfer!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ein Spotlicht – wo war es nur hergekommen? – erfasste Siggi, der lächelnd seinen Applaus genoss.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„WAAAASSSS?“ Ronnie wurde blass vor Zorn. Yingxin  ergriff seine Hand. „Aber du wolltest doch nicht, dass jemand von deinen Superkräften erfährt!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, aber&#8230;!“ Ronnie jappste nach Luft.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Die Geschichte mit allem drum und dran hätte uns doch nie jemand geglaubt“, redete Yingxin auf ihn ein. „So ist es doch viel besser! Und viel glaubwürdiger!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie standen Tränen in den Augen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wenn das mit den Superkräften rausgekommen wäre, hättest du jetzt keine ruhige Minute mehr! Überleg doch mal, so ist es doch viel bequemer. Wer weiß, was alle von dir wollen würden!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie nickte. „Ja, du hast ja recht.“ Er wischte sich die Träne aus dem Augenwinkel und lächelte beinahe schon wieder. „Soll er doch sehen, wie er mit seinem Erfolg zurecht kommt!“ stieß er hervor.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Siehst du!“ Yingxin streichelte ihn über den Arm. „Es geht doch. Und du wolltest doch bei Tilly Plörr eingeladen werden. Das hast du ja jetzt erreicht. Wir sind hier!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie seufzte. Der Applaus für Siegfried Löffelhöfer schien kein Ende zu nehmen. Siggi nahm in zwei großen Schritten einige Stufen die Treppe hinauf. Der Spot folgte ihm. Von der Treppe aus machte er mehrere kleine Verbeugungen, dann ergriff er das Wort: „Ich danke ihnen vielmals für ihren freundlichen Applaus. Doch ich bin schon genug belohnt worden. Mein Mega-Kleber ist mittlerweile patentiert und wird als Löffelhöfers Super-Kleber in den nächsten Wochen auf dem Markt sein. Denken Sie am mich, wenn sie das nächste mal im Supermarkt nach einem wirklich guten Klebstoff suchen!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Der Applaus brandete noch einmal auf. Mit einem lässigen Winken verabschiedete sich Siggi und tauchte in der Menge unter.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Und was ist mir dir, Niels?“ fragte Yingxin, als sie ihren Bruder niedergeschlagen auf Tilly Plörrs Plüschsofa sitzen sah.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ach Yingxin, wer hier die Lorbeeren einheimst ist mir ziemlich egal“, erklärte er. „Aber schon wieder ein Sylvester ohne Mama, schon wieder eine Verabredung, die sie nicht eingehalten hat, das stinkt mir langsam.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin setzte sich traurig zu ihm. „Ja du hast recht, Niels.“ Ronnie kam hinzu und plumpste müde mit aufs Sofa.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Zusammen saßen die drei da und starrten jeder für sich nachdenklich vor sich hin.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Komisch ist doch auch“, meinte Ronnie nach einer Weile „dass der Mulungu gar nicht mehr aufgetaucht ist.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, komisch“, bestätigte Yingxin.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja&#8230;“ Niels sah auf den Boden. „Er ist ja wieder aufgetaucht&#8230;“, fügte er drucksend hinzu.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„WAAAS?“ riefen Yingxin und Ronnie beinache gleichzeitig.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich wollte es schon längst sagen. Er war eigentlich nie wirklich weg. Er war nur hinter den Nachtschrank gerutscht. Gestern habe ich ihn dort gefunden. Aber es war mir zu peinlich, das zu zuzugeben&#8230;“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ach was peinlich!“ rief Yingxin. „Das ist wunderbar!“ Strahlend wuschelte sie ihren Bruder über den Kopf und hielt ihm dann ihre Handflächen hin, damit er einschlagen sollte. “Hey, gib mir Fünf!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels verfehlte ihre Hände.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Und auch Ronnie patschte daneben.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Kinder rollten sich auf dem Boden vor Lachen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Au, wacker!“ prustete Ronnie.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir brauchen unbedingt eine Gib-mir-Fünf-Schulung!“ kicherte Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;"> </address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin  war die erste, die ihre Mutter in der Menge entdeckte. Mit einem lauten Kreischen stürzte sie auf Frau Zyzinski zu und wurde von dieser mit einem Jauchzen in die Arme genommen und im Kreis gedreht. Niels blickte auf und konnte sich nicht mehr halten. Juchzend sprang er auf seine Mutter zu, die mit warmen Lächeln ihren Sohn in die Arme schloss. „Ich hab euch so vermisst Kinder! Aber jetzt bin ich hier! Mein Redaktion hat mich nach Grüngurken geschickt, damit ich eine Story über den Fall Warholig schreibe!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels war ausser sich vor Freude. Immer wieder drückte er sich an seine Mutter und verteilte tausend Küsse auf ihrem Gesicht.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Und du Yingxin“, erklärte Frau Zyzinski „du Yingxin sollst mir bei dem Artikel helfen! Schließlich hast du ja alles aus nächster Nähe mitbekommen!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Auja!“ rief Yingxin und warf sich ihrer Mutter erneut in die Arme.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie hatte mittlerweile das Sofa verlassen und sich zur wiedervereinten Familie gesellt. Freundlich, aber auch ein bisschen traurig, gab er Frau Zyzinski die Hand. „Und Niels und Yingxin wohnen jetzt nicht mehr bei uns?“ fragte er schüchtern. „Nein, wir wohnen jetzt wieder zusammen, nicht wahr Kinder?“ Niels und Yingxin strahlten über das ganze Gesicht. Ronnie schluckte. Plötzlich spürte er eine Hand auf seine Schulter. Tilly Plörr war an ihn herangetreten. „Und dir wollte ich noch einmal besonders danken – wegen Minkie“, erklärte sie mit einem engelsgleichen Strahlen in den Augen. Dann hauchte sie ihm ein Küsschen auf die Wange und verschwand rückwärtsgehend, neckisch ein wenig mit den Fingern winkend.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ach, nicht der Rede wert!“ Ronnies Beine wurden schwach. „Wir sind halt ein gutes Team! Yingxin, Niels und ich!“ rief er ihr hinterher. Doch sie war schon aus der Hörweite verschwunden.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja wirklich?“ Yingxin lächelte Ronnie an. „Macht es dir dann etwas aus, wenn wir in den Osterferien wieder bei euch wohnen?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Iwo! Überhaupt nicht“, erwiderte Ronnie. „Ich freu mich schon drauf!“</address>
<address> </address>
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		<title>Das 13. Kapitel</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 13:36:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carola wimmer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Wahre Superhelden finden immer einen Ausweg. Oder etwa nicht? 13. Kapitel „Glöckchen ist jetzt wahrscheinlich schon in den Händen dieses Schufts!“ Ronnie rappelte sich langsam auf und kam wankend auf die Beine. „Hoffentlich haben sie den Mulungu nicht schon gefunden“, rief Niels. „Wir müssen so schnell wie möglich nach Hause“, pflichtete ihm Ronnie bei und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wahre Superhelden finden immer einen Ausweg. Oder etwa nicht?</strong><span id="more-335"></span></p>
<address> </address>
<address><strong> </strong></address>
<address style="padding-left: 60px;"><strong>13. Kapitel</strong></address>
<address style="padding-left: 120px;"> </address>
<address style="padding-left: 120px;">„Glöckchen ist jetzt wahrscheinlich schon in den Händen dieses Schufts!“ Ronnie rappelte sich langsam auf und kam wankend auf die Beine.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Hoffentlich haben sie den Mulungu nicht schon gefunden“, rief Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir müssen so schnell wie möglich nach Hause“, pflichtete ihm Ronnie bei und drückte knurrend die Gitterstäbe am Zwinger auseinander.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Dazu müssen wir in den anderen Raum, dort wo der Tiger ist“, erklärte Yingxin. „Niels, fühlst du dich dazu in der Lage?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich werde es versuchen.“ Obwohl seine Stimme fest klang, sah Niels doch eher ängstlich aus. Yingxin und Niels stiegen aus dem Zwinger, während sich Ronnie die Schuhe anzog. Zu dritt betraten sie den zweiten Raum. Dort wurde sie von einem lauten Fauchen empfangen. Übler Geruch stieg ihnen aus dem Maul des Tigers entgegen. Niels wich ein paar Schritte zurück.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Da ist das Fenster! Genau neben dem Käfig. Ronnie muss es nur aufdrücken, schon sind wir frei“, beruhigte ihn Yingxin.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Mutig ging Ronnie voran, dann flog er ein paar Zentimeter, um an das Kellerfenster zu gelangen. Der Tiger steckte seine Pranke durch das Gitter und versuchte Ronnie einen Treffer zu verpassen. Doch Ronnie liess sich nicht beirren. Nach wenigen Sekunden hatte er das Fenster geöffnet und zwängte sich durch die schmale Luke ins Freie. Dann reichte er von oben seine Hand, die Yingxin sofort ergriff, damit er sie nach oben durch das Fenster ziehen konnte. Nun war Niels an der Reihe. Der Tiger hatte das Spiel begriffen und lief unruhig in seinem Käfig auf und ab, immer dicht an der Seite, an der Niels gleich zum Fenster gehen musste.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Niels komm! Du schaffst es!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja!“ Niels Stimme klang unsicher. „Mir ist schlecht!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Komm Niels!“ rief Ronnie. Nimm meine Hand. Der Tiger kann dir nichts tun.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels schloss für einen Augenblick die Augen. Dann lief er eng an der Wand, so weit weg von den Gitterstäben wie möglich, zum Fenster. Der Tiger lauerte und fixierte ihn mit seinen Augen. Niels ergriff Ronnies Hand. Da stieß der Tiger mit seiner Pranke vor und traf ihn am Oberschenkel. Ronnie zog Niels blitzschnell nach oben. Ein lauter Ratsch und Niels Hosenbein hing vom Knie abwärts nur noch in Fetzen herab.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Pass auf, dass du dich nicht erkältest!“ rief Yingxin erleichtert als sie die haarscharf entgangene Katastrophe sah. Aber niemand lachte. In Windeseile hasteten die Kinder um das Gebäude herum auf die Straße zu. „Taxi! Taxi!“ kreischte Ronnie und warf sich beinahe vor ein solches, das eben vorbeirasen wollte und nun mit quietschenden Reifen stehen blieb. Die Kinder sprangen auf die Rückbank. „Nach Ölkendorf – schnell!“ Yingxin  drückte dem Fahrer einen winzigklein gefalteten Geldschein in die Hand, den sie aus ihrer Brusttasche genommen hatte. Der Fahrer entfaltete die Banknote, nickte anerkennend, legte die Hand an die Mütze und salutierte. Dann drückte er aufs Gas.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Eine günstige Ampelphase lies den Wagen ohne Stopp bei Gelb Richtung Süden sausen. Als sie vor dem Haus mit einem Ruck, der sie allesamt kurz nach vorne warf, hielten, staunten sie nicht schlecht. Der ganze Garten war bereits umgegraben worden. Und zwar vor und hinter dem Haus, das im völligen Dunkeln lag. Die Eingangstür war aufgebrochen. Von Glöckchen fehlte jede Spur.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Bestimmt sind sie jetzt im Park!“ rief Ronnie und stürmte los. Yingxin und Niels versuchten Schritt zu halten. Am Eingang des Parks trafen sie sich wieder. Nun schlichen die Kinder im Schutz der Bäume und Sträucher langsam durch das Gelände. Von weiten flackerte eine Taschenlampe. Yingxin, Niels und Ronnie huschten von Baum zu Baum, bis sie genaueres Erkennen konnten. Zwei Gestalten führten ein lautes Streitgespräch. Die eine Person stütze sich auf eine Schaufel, die andere führte einen Hund an der Leine.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ick hab jetzt den janzen Jarten umjeschaufelt, also nö! Mehr könnense von mir nicht erwarten! Soll ick jetzt och noch den Park umgraben? Dit macht die dumme Töle extra!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Der Mann hob den Spaten und wollte damit den Hund schlagen. Die andere Gestalt fiel ihn in den Arm: „Warten sie doch! Lassen sie uns den Mulungu finden. Später können sie mit dem Hund machen was sie wollen!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Kinder zuckten zusammen. „Was machen wir denn jetzt bloß?“ Niels klang verzweifelt. „Wir können sie ja nicht einfach überwältigen. Bestimmt sind sie noch bewaffnet. Wahrscheinlich auch noch mit dem Marzipan.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Du hast recht“, erklärte Ronnie. „Die Gefahr ist zu groß. Wir müssen uns etwas anderes ausdenken.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Hier hast du einen Knochen! Feines Hundchen!“ Warholigs einschmeichelnde Stimme mit dem falschen Klang war bis zu ihnen zu hören. „Vergrab ihn schön, da wo du immer deine Sachen vergräbst, gell?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Glöckchen nahm den Knochen schwanzwedelnd an und lief tiefer in den Park. Warholig und Primm folgten ihm auf dem Fuße. Die Kinder liefen eilig hinterher. Hinter einem Busch sahen sie, wie es sich Glöckchen auf dem Boden gemütlich machte und an seinem neuen Knochen nagte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Du sollst ihn doch vergraben!“ rief Warholig ärgerlich. „Gib den Knochen her oder vergrab ihn!“ Glöckchen lies sich nicht einschüchtern, sondern knurrte gefährlich zurück.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir brauchen Hilfe, wenn wir Glöckchen befreien wollen“, erklärte Yingxin. „Ja, aber wen? Tante Cosima und Onkel Vilmar sind mit Löffelhöfers in der Oper!“ flüsterte Niels</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Und denk dran, Yingxin, die Halunken haben Waffen“, fügte Ronnie hinzu.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich habe eine Idee!“ erklärte Yingxin. „Wir händigen ihnen den Mulungu gegen Glöckchen aus.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wie soll denn das gehen?“ Niels zog die Stirn in Falten.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Dafür brauchen wir nur ein <em>klitzekleines bisschen</em> Hilfe.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wer soll uns denn dabei helfen?“ Ronnie verstand gar nichts mehr.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin sah ihren Cousin fest in die Augen: „Siegfried Löffelhöfer wird uns helfen.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">
</address>
<address style="padding-left: 120px;">Dann erklärte Yingxin ihren Plan. Abschließend ermahnte sie Niels: </address>
<address style="padding-left: 120px;"> </address>
<address style="padding-left: 120px;">„Okay, denk dran, was wir dir gesagt haben, Niels! Nicht auf die weißen! Nur auf die schwarzen!“ Yingxin klopfte ihren Bruder auf die Schulter.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, ja schon klar“, erklärte Niels und klapperte mit den Zähnen. „Nur auf die schwarzen.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin, Ronnie und Niels standen im Park, dicht bei den beiden Männern, die mittlerweile fluchend das fünfte Erdloch aushoben.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels atmete einmal tief durch. Dann ging er auf die Männer zu.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Entschuldigen sie“, begann er. „Ich weiß was sie suchen und ich weiß wie sie es kriegen können.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wo kommst du denn her? Wie konntest du dich befreien? Wo sind die anderen?“ Warholig kam bedrohlich näher.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Die anderen werden die Polizei verständigen, wenn sie mir etwas antun wollen.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Du west wo der Mulungu is?“ schaltete sich Attila Primm ein.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, ich kann ihnen den Mulungu geben. Wenn sie mir den Hund geben“, erklärte Niels mit fester Stimme.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nun, dit dürfte eijgentlich kein Problem sein!“ Primm kam mit zusammengekniffenen Augen näher und griff nach Niels, um ihn an der Brust zu packen. „Denn mach mal hinne und rück dit jute Teil raus.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich habe es nicht hier.“ Niels versuchte sich zu befreien. „Es ist drüben im Haus.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Im Haus waren wir aber schon“, erklärte Warholig misstrauisch.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nein, in dem anderen. Von unseren Nachbarn!“ rief Niels verzweifelt.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wehe du sagst die Unwahrheit!“ Primm schüttelte Niels kräftig durch. Dann gab er ihm einen Schubs. „Los geh vor!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels stolperte in der Dunkelheit voran, Richtung Löffelhöfers Haus.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Innen machte er Licht und hielt Warholig und Primm die Tür auf. Die beiden Männer sahen sich misstrauisch um. Primm zog seine Waffe.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Es ist in der Küche, kommen sie“, erklärte Niels und ging voran. Primm und Warholig folgten ihm dicht auf den Fersen. Niels betrat die Küche, ging bis in die Mitte und blieb dann stehen. Warholig und Primm versuchten ihm zu folgen &#8211; doch sie kamen nicht von der Stelle. Sie klebten fest! „He wat solln det!“ Primm fluchte.</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Niels, das hast du richtig gemacht!“ Yingxin trat aus der Küchenecke hervor und nahm ihren Bruder in den Arm. Warholig und Primm zogen wüst schimpfend Schuhe und Strümpfe aus, um sich zu befreien. Doch sobald sie mit dem nackten Fuß die Fliesen berührten, klebten sie erneut fest. „Sie dürfen halt nur die schwarzen Fliesen betreten. Auf den anderen befindet sich ein brandneuer Mega-Kleber.“ Ronnie erschien in der Küchentür und lächelte süßlich. Attila Primm fuchtelte mit seiner Waffe. „Befreit uns oder ick werde von der Knarre jebrauch machen müssen!“ schrie er. „Bedaure!“ Siegfried Löffelhöfer betrat den Raum. „Auch wenn wir wollten, könnten wir sie nicht befreien. „Der Kleber löst sich erst wieder in zwei Stunden. So lange werden sie uns hier noch Gesellschaft leisten und auf die Polizei warten müssen.“</address>
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		<title>Das 12. Kapitel</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 13:34:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carola wimmer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bösewichter sollte man in Sachen Bösewichtigkeit nie unterschätzen! 12. Kapitel „Du bist gemein! Du schiebst es auf Glöckchen und bringst sie unnötig in Gefahr! Wer weiß was er ihr antun wird!“ Niels trat wütend gegen das Gitter. Warholig und Attila Primm waren soeben aus dem Keller gestürmt. Yingxin saß müde gegen die Wand gelehnt. „Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bösewichter sollte man in Sachen Bösewichtigkeit nie unterschätzen!</strong></p>
<p><span id="more-333"></span></p>
<address style="padding-left: 60px;"><strong>12. Kapitel</strong></address>
<address style="padding-left: 120px;"><strong> </strong></address>
<address style="padding-left: 120px;">„Du bist gemein! Du schiebst es auf Glöckchen und bringst sie unnötig in Gefahr! Wer weiß was er ihr antun wird!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels trat wütend gegen das Gitter.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Warholig und Attila Primm waren soeben aus dem Keller gestürmt. Yingxin saß müde gegen die Wand gelehnt.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Es ist noch viel schlimmer“, jammerte Ronnie, der immer noch kraftlos und bewegungsunfähig auf dem Stuhl saß. „Ich habe den Mulungu &#8211; wirklich &#8211; nicht &#8211; genommen. &#8211; Und wenn Glöckchen &#8212; ihn vergraben hat &#8211; und Warholig &#8211; den Mulungu &#8211; findet&#8230;“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Also das Hauptproblem dürfte ja wohl darin bestehen“, unterbrach ihn Yingxin, „dass wir der Reiseproviant des Tigers werden.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Für einen Moment schwiegen alle.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Kannst du dich wirklich nicht bewegen, Ronnie?“ flüsterte Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie hob nur wenige Millimeter müde die Hand und liess sie sogleich wieder fallen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir können nicht auf Ronnie hoffen. Wir müssen uns selbst befreien!“ Niels rüttelte verzweifelt gegen die Gitterstäbe des Zwingers.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Vielleicht geht es mit einer Haarnadel?“ Yingxin zog sich eine Nadel aus dem Haar und steckte ihre Hand durch das Gitter, um mit der Nadel im Schloss des Zwingers zu puhlen. Niels verfolgte aufgeregt jede ihrer Bewegungen. Doch kaum hatte Yingxin die Nadel tiefer ins Schloss gebracht, brach sie auch schon ab. „Mist! Wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen!“ Yingxin setzte sich frustriert auf den Boden. Niels hatte Tränen in den Augen. „Wir kommen hier nie wieder raus, stimmts?“ stieß er tonlos hervor.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir dürfen jetzt nicht aufgeben“, erklärte Yingxin. Lass uns sehen, ob wir durch die Gitter an irgendetwas herankommen, das uns hilft.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Vielleicht der Besen! Kommen wir da ran?“ rief Niels aufgeregt, als er neben dem Zwinger Besen und Putzeimer entdeckte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Gute Idee! Vielleicht können wir damit Ronnie von hier aus die Kette vom Hals schaffen!“ Yingxin langte durch den Zwinger und hangelte nach dem Besen. Doch so sehr sie sich auch mühte, es fehlten ein paar Zentimeter. Sie konnte den Besen kaum mit den Fingerspitzen berühren.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Lass mich mal“, bat Niels. Yingxin trat zur Seite und nun versuchte Niels an den Besen zu gelangen. Und tatsächlich, obwohl er kürzere Arme hatte, gelang es ihm, indem er seine schmale Schulter mit durch das Gitter steckte, den Besen anzustupsen. Scheppernd fiel er zur Seite, genau so, dass die Kinder ihn bequem greifen und in den Zwinger holen konnten.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das hast du gut gemacht!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Jetzt müssen wir versuchen, Ronnie mit dem Besen zu erreichen!“ rief Niels aufgeregt. „Kannst du ein bisschen näher rücken Ronnie? Nur ein kleines bisschen näher?&#8221;</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie gab nur ein erschöpftes Seufzen zur Antwort.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Okay, dann müssen wir uns ein bisschen anstrengen!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin nahm den Besen und steckte ihn durch das Gitter in die Richtung, in der Roland bewegungsunfähig mit der Marzipankette um den Hals auf dem Stuhl saß. Der Besen war zu kurz. Eindeutig zu kurz. Enttäuscht liess sie ihn sinken. Niels ergriff den Besen und versuchte es selbst. Doch es war nicht zu leugnen: Er kam nicht annähernd an Ronnie heran.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels legte den Besen auf den Boden und schlug die Hände vors Gesicht. Mit hoffnungslosen Blick maß er den Raum ab. Doch hier war nichts, kein Besen, kein Seil, keine Stange, die ihnen hätte weiterhelfen können.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Eine Weile sagte keiner ein Wort.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich will nicht sterben“, flüsterte Niels endlich. „Und ich will schon gar nicht von einem Tiger gefressen werden.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Er nahm einen tiefen Zug aus seinem Asthmainhaliergerät.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das wirst du doch auch nicht“, versuchte ihn Yingxin zu trösten. Doch sie erntete nur einen verzweifelten Blick.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Dabei habe ich mir doch so gewünscht, Sylvester mit Mama in Grüngurken zu verbringen!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, und ich wollte diesen ganzen Diebstahl aufdecken und einen Artikel darüber schreiben.“ Yingxin wischte sich nun auch eine Träne aus dem Auge. „Ich bin schuld daran, dass wir hier sitzen.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nein, Yingxin, so darfst du das nicht sehen!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Geschwister schwiegen wieder ein paar Minuten.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Dann stand Niels entschlossen auf.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Es gibt noch eine Möglichkeit!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin sah ihn an. Kaum zu sagen, ob in ihrem Gesichtsausdruck Müdigkeit oder Skepsis überwog.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Siehst du dort den Affenkäfig?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin zog eine Augenbraue hoch. „Ja, seh ich.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wenn es uns gelingt, den Hebel am Schloss mit dem Besen umzulegen, dann können wir die Tür öffnen.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja und dann?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Dann ist der Affe frei.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Aber er wird das Schloss erst recht nicht aufbekommen. Oder meinst du er holt einen Schlüsseldienst?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Yingxin, es ist viel einfacher! Der Affe ist schon lange auf Diät! Mit etwas Glück wird er sich auf das Marzipan stürzen! Dann kommt Ronnie wieder zu Kräften und er kann uns befreien.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin war mit einem mal hellwach. Anerkennend klopfte sie Niels auf die Schulter. „Einen Versuch ist wert.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Sogleich ergriff Niels den Besen erneut und schob ihn durch das Gitter. Und tatsächlich, der Stiel des Besens reichte ideal bis an die Tür des Käfigs. Jetzt musste es ihm nur gelingen, den Hebel umzulegen. Niels begann zu schwitzen. Der Besen wurde von Sekunde zu Sekunde schwerer in seinen Armen. Er brachte das Ende des Stils in eine gute Stellung, doch im nächsten Moment rutschte er wieder ab und musste von neuem beginnen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Du schaffst es! Du schaffst es!“ Yingxins Blick war fest auf das Ende des Besens gerichtet. Angespannt umklammerte sie das Gitter des Zwingers.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ein neuer Versuch. Wieder war der Besen abgerutscht. Doch diesmal erwischte Niels den Hebel. Er bot nur geringen Widerstand und öffnete sich halb.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, noch ein Stück!“ Yingxin begann vor Aufregung beinahe an zu zittern.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels setze den Besen noch einmal an und diesmal schaffte er es. Der Hebel legte sich vollständig um. Nur noch ein kurzer Stupps und die Tür öffnete sich, der Affe war befreit.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels und Yingxin umarmten sich herzlich. „Affe, komm raus!“ rief Yingxin. „Du bist frei!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Aber der Affe saß apathisch im Käfig und rührte sich nicht. Yingxin und Niels sahen sich erschrocken an.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Affe! Lass uns nicht im Stich!“ rief Yingxin  flehentlich. „Geh raus! Da draussen gibt es Futter für dich!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Doch noch immer rührte sich der Affe nicht. Den Blick hatte er auf den Käfigboden gerichtet.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wilma!“ rief Niels. „Es gibt Futter! Es gibt Marzipan! Es gibt was immer du willst! Aber komm raus aus dem Käfig, hörst du, Wilma?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Der Affe erwachte aus seiner Erstarrung. Er sah um sich. Befremden lag in seinem Blick. Niels und Yingxin riefen nun eindringlicher und zeigten auf die offene Tür des Käfigs. „Da ist die Tür! Bitte, bitte, geh raus! Es gibt Futter!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Langsam krabbelte Wilma zur offenen Tür. Misstrauisch warf sie einen Blick in den Raum, sah zur Decke, auf den Boden. Sie blickte die Kinder an und wollte gerade wieder ins Käfiginnere zurückkehren, als Ronnie ein Seufzen von sich gab. Wilmas Blick fiel nun auf Ronnie, der immer noch ohne Schuhe und Strümpfe auf seinem Stuhl saß. Neugierig näherte sich der Affe wieder der offenen Tür. Dann schien er das Marzipan zu wittern. Yingxin und Niels wagten kaum zu atmen. Was würde der Affe als nächstes tun?</address>
<address style="padding-left: 120px;"> Der Affe fackelte nicht lange. Freudig quiekend sprang er aus dem Käfig und stürzte sich mit allergrößten Genuss auf die Marzipankugeln. Jede einzelne verschlang sie wie eine besondere Delikatesse. Im Handstreich hatte er alles Marzipan vertilgt und machte sich nun daran, neugierig die Kisten und Säcke in den Regalen zu untersuchen. Ronnie, der nun endlich vom Marzipan befreit war, röchelte und kam langsam wieder zu sich. Immer noch entkräftet, krabbelte er zu Yingxin und Niels an den Zwinger heran. Er sah mitgenommen aus. Heftig atmend, noch immer bleich, faßte er durch das Gitter. Yingxin  und Niels griffen gleichzeitig nach seiner Hand und drückten sie fest. In den nächsten Minuten sagte niemand ein Wort.</address>
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		<title>Das 11. Kapitel</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 13:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carola wimmer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Huch! Jetzt sitzen die Kinder aber wirklich in der Tinte. Ob sie da noch einmal rauskommen, ist ungewiss. 11. Kapitel „Willkommen in meiner Klinik!“ Vor ihnen stand Dr. Warholig mit einem eleganten Anzug aus Seide und den Schlangenlederschuhen, die sie bereits von der Web-Seite im Internet kannten. Sein schwarzes Haar war nach hinten gegelt. „Dr. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Huch! Jetzt sitzen die Kinder aber wirklich in der Tinte. Ob sie da noch einmal rauskommen, ist ungewiss.</strong></p>
<p><span id="more-331"></span></p>
<address> </address>
<address style="padding-left: 60px;"><strong>11. Kapitel</strong></address>
<address style="padding-left: 120px;"><strong> </strong></address>
<address style="padding-left: 120px;">„Willkommen in meiner Klinik!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Vor ihnen stand Dr. Warholig mit einem eleganten Anzug aus Seide und den Schlangenlederschuhen, die sie bereits von der Web-Seite im Internet kannten. Sein schwarzes Haar war nach hinten gegelt.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Dr. Warholig!“ rief Yingxin überrascht.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Schön, dass ihr zu mir gefunden habt. Ich habe euch erwartet“, erklärte der Arzt und lächelte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Woher wußten sie&#8230;?“ stammelte Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Haben sie uns etwa auch belauscht?“ Yingxins Stimme klang spöttisch. Mit verschränkten Armen stand sie da und sah Dr. Warholig herausfordernd an. „Hat Glöckchen etwa auch eine Wanze bekommen?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Warholig lachte. „Aber selbstverständlich! Der Pudel einer Bansenberg bekommt bei uns selbstverständlich eine Wanze! Aber was heißt hier Wanze? Die Nano-Technik ist ja schon so viel weiter! Da kann man höchstens von einem Floh sprechen! Wenn ihr wißt, was ich meine! Aber zurück zum Thema: Als klar war, dass ihr nicht zu den Bansenbergs gehört und dieses Hausmädchen eure Adresse nicht rausrücken wollte, haben wir einfach den Sender eingeschaltet“, erklärte Dr. Warholig liebenswürdig, um in nächsten Moment unvermittelt loszubrüllen: „Um einmal zu sehen, wer uns BETRÜGT!“ Beim letzten Wort schlug er seine rechte Faust und krachend in die Handfläche der linken.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir geben ihnen das Geld gerne wieder, ehrlich“, warf Niels ein.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ehrlich, schmehrlich&#8230; darum geht es doch gar nicht!“ polterte Warholig und ging nun auf Niels los. „Ich will die Formel! Ich will den Mulungu!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Augenblick einmal“, nun schaltete sich Ronnie ein. „Dass das Fenster offen stand und das Seil im Hof, das waren sie?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Warholig lachte. „Und ihr seit hier hereinspaziert, wie die Pizza-Boten, besser hätte es ja gar nicht kommen können.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Oh Mann, Yingxin! Hätten ich doch bloß nicht auf dich gehört!“ Ronnie verdrehte die Augen und schlug sich gegen die Stirn.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Unsere Eltern wissen&#8230;“, begann Yingxin vorsichtig.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Eure Eltern wissen gar nichts! Erzählt mir keine Unsinn!“ fiel ihr Warholig barsch ins Wort. „Für wie dumm haltet ihr mich denn? Glaubt ihr denn ich wäre ein gewöhnlicher Einbrecher? Ein gemeiner Dieb? Nein, ich habe mehr im Sinn!“ Warholig rieb sich die Hände. „Ich habe die Geheimkombinationen der größten Privatbank Grüngurkens. Und Dank eurer Hilfe, werde ich Sylvester, wenn alle aufs neue Jahr anstoßen, dort einfach vorbeiflattern – und mir nehmen was ich brauche! Einbrechen war noch nie so einfach!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das können sie nicht machen!“ rief Niels trotzig.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Gebt mir einfach die Formel und ich lasse euch gehen.“ Warholig lächelte liebenswürdig.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Sie lassen uns gehen, wenn wir ihnen die Formel geben?“ fragte Yingxin skeptisch.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Naja, wenn ihr die Überfahrt im Raubtiercontainer, der hier morgen im Hafen ausläuft, nach Malaysia überlebt, dann könnt ihr gehen“, erklärte Dr. Warholig kalt.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin lächelte spöttisch: „Wenn sie glauben, sie könnten uns hier einfach festsetzen, dann haben sie sich aber geirrt!“ Schnell trat sie an Ronnie heran und packte ihn am Arm. Ronnie ließ sich von Yingxin unwillig nach vorne schieben. „Ronnie, komm und zeig diesem Doktor, wer hier als letzter lacht&#8230;“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ach Kinder!“ unterbrach sie Dr. Warholig und schüttelte mitleidig den Kopf. „Was meint ihr wohl was ich hier habe?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Mit einem fiesen Grinsen zog er ein quietschgrünes Spielzeuggewehr unter seinem Kittel hervor.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ein Spielzeuggewehr? Und was soll das bitte?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Diese Waffe ist geladen, junge Frau. Aber es sind keine gewöhnlichen Kugeln.“ Warholig lächelte kalt und zielte mit dem Gewehr auf Ronnie. „Sie sind aus &#8211; Marzipan!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Erbarmungslos drückte Warholig ab. Ronnie wurde von einer Salve Marzipankugeln an der Brust getroffen. Stöhnend sank er in die Knie. Yingxin und Niels sprangen, als sie begriffen was geschah, Warholig verzweifelt in den Arm, doch dieser stieß sie höhnisch lachend fort, während er immer wieder abdrückte und Ronnie immer neue Treffer einstecken musste. Taumelnd, mit letzter Kraft, versuchte Ronnie in Deckung zu kriechen. Doch es war zu spät. Völlig entkräftet blieb er auf dem Boden liegen und rührte sich nicht mehr.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Sie mieser Typ“, rief Yingxin und trommelte mit ihren Fäusten auf Warholig ein. Doch der Arzt blieb von ihren Schlägen unbeeindruckt. Er versetzte Yingxin einen kräftigen Stoß, so dass sie gegen die Wand stürzte. Dann drückte er einen Knopf an dem, was die Kinder für eine Armbanduhr gehalten hatten. „Sie können jetzt kommen, Attila.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Sofort öffnete sich die Tür und Attila Primm erschien mit einer Pistole bewaffnet im Raum. „Wat für ne nette Überraschung“, kicherte er und zeigte seine Pferdezähne. „Los mitkommen!“ befahl er scharf und dirigierte die Kinder hinaus in den Flur.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin und Niels stützten Ronnie so gut es ging. Um allein zu laufen war er viel zu schwach. Nur langsam kamen sie voran, erst links den Flur hinunter, dann wieder rechts durch eine eiserne Tür in ein enges Treppenhaus, die Stufen hinab bis zum Erdgeschoss und weiter, tiefer, bis in den Keller.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Hier unten ist Platz für unsere schwierigen Patienten“, erklärte Attila Primm und kicherte böse.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Hinter einer großen, schweren Eisentür, die Dr. Warholig mittels einer Zahlenkombination öffnete, schlug ihnen ein unerträglicher Geruch entgegen. Es roch nach Zoo, genauer gesagt nach Raubtierkäfig, denn darum handelte es sich bei diesem Raum auch. Ein mächtiger Tiger schlich in einem Käfig mit eisernen Gitterstäben lauernd von einem Ende zum anderen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Als sich die Kinder am Käfig vorbeiquetschten, sprang der Tiger brüllend gegen das Gitter und schlug mit der Pfote nach Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Für einen Augenblick war Niels wie gelähmt. Mit zusammengekniffenen Augen blieb er schwer atmend eng an der Wand gequetscht stehen und wartete auf sein Ende.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das ist der Tiger des malaysischen Konsuls!“ lachte Warholig. „Ein prächtiges Tier! Ich habe ihm einen Herzschrittmacher eingepflanzt. Vielleicht wird er eurer Reisegefährte, wenn ich ihn morgen nach Malaysia einschiffe!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Zitternd drückte sich Niels an der Wand weiter. Yingxin musste Ronnie, der immer noch nicht wieder ganz zu Bewußtsein gekommen war, die letzten Meter allein stützen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Endlich hatten sie den Käfig hinter sich gelassen und gelangten in einen zweiten fensterlosen Raum, dessen Decke, Boden und Wände aus nacktem, grauen Beton bestanden, der jedes Geräusch der Aussenwelt verschluckte. Ansonsten schien der Raum eine Mischung aus Abstellkammer und Zoohandlung zu sein. Überall standen Käfige, riesige Futterdosen und Säcke mit Streu.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Eine der drei grellen Neonröhren flackerte. Ein Wasserhahn tropfte. Die linke Wandseite wurde von einem großen Zwinger beherrscht. In ihn wurden Niels und Yingxin gepfercht. Daneben befand sich ein Käfig, in dem ein Schimpanse mit traurigen Augen am Gitter nagte. Er machte einen apathischen Eindruck. Attila Primm trat an den Käfig heran und zog einen Keks aus seiner Kitteljacke. „Hier willste wat?“ fragte er und lockte mit dem Keks. Der Affe schien aus seiner Geistesabwesenheit zu erwachen. Langsam streckte er die Hand aus. „Da träumste wohl von!“ kicherte Primm und steckte sich schnell den Keks in den Mund. Der Affe kroch traurig in die dunkelste Ecke des Käfigs.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wilma is auf Diät!“ kicherte der Doktor. „Det Viech war so fett, det könnt ihr euch nich vorstellen. Zwanzig Pfund sind runter.“ „Wie können sie den armen Affen so quälen? Ich dachte, sie lieben Tiere!“ schimpfte Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wer sagt denn sowat?“ Primm zog eine böse Grimasse. „Und eurem Kumpel hier, würde ne Diät och mal nich schaden, wa!“ schnauzte er und hievte Niels auf einen Stuhl. Warholig zog aus seiner Tasche eine Schnur, auf der er Marzipankugeln aufgezogen hatte. Wie eine Perlenkette legte er sie Ronnie um den Hals.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„So Junge, jetzt raus mit der Sprache! Wo ist der Mulungu?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie stöhnte leise. „Ich weiß es nicht!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Du wirst schon sprechen!“ drohte Warholig und holte einen mit einem Tuch verhangenen Käfig hervor.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Was ist da drin?“ fragte Ronnie schwach. Wäre er nicht so k.o., er hätte zu zittern begonnen. Was hatte der Doktor vor? Was befand sich in dem Käfig? Eine Vogelspinne? Eine Schlange? Ronnie mochte gar nicht daran denken, was ihm bevorstand!</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Primm, ziehen sie dem Jungen die Schuhe aus!“ wandte sich Warholig an seinen Assistenzarzt.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wat diese Käsemauken?“ Naserümpfend zog Primm Ronnie die Turnschuhe und die Socken von den Füßen und warf sie in die Ecke. Warholig kam mit dem Käfig in der Hand näher. Als er ganz nah an Ronnie herangekommen war, lüpfte er das Tuch. &#8212; Aber es war nicht die befürchtete Spinne und auch keine Schlange, sondern ein einfaches Meerschweinchen darin, wie Ronnie erleichtert feststellte. Ein süßes, niedliches, puscheliges Meerschweinchen. Warholig kicherte boshaft. Er ging um Ronnie herum und packte seine Füße. Dann zückte er ein Fläschchen mit einer hellen Tinktur. „Das ist Gurkenwasser! Meerschweinchen sind ganz verrückt nach Gurkenwasser!&#8221; Dann begann er Ronnies Füße mit der Tinktur zu benetzen. Obwohl Ronnie für jede Gegenwehr ohnehin zu schwach war, wurde er von Attila Primm an den Schultern gepackt. Warholig griff in den Käfig, nahm das Meerschwein und setzte es vor Ronnies Füße. Sogleich fing es an wie wild mit seiner winzigen kleinen rauhen Zunge, Ronnies Füße zu lecken. Ronnie wand sich. „Aufhören! Hihi hoho, das kitzelt!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Sag wo du den Mulungu versteckt hast!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich hab ihn nicht! Hihihihi aufhören!“ Ronnie kreischte beinahe.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Junge, du hast keine Chance, sag endlich die Wahrheit!“ redete Warholig auf Ronnie ein.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ronnie bleib stark!“ rief Yingxin und klammerte sich an die Gitterstäbe des Zwingers.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Aber ich habe ihn doch wirklich nicht!“ jammerte Ronnie, um im nächsten Moment wieder von Lachkrämpfen geschüttelt zu werden. „Ich kann nicht mehr! Lasst mich!“ bat er. „Lasst mich. Ich sage alles!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Warholig nahm das Meerschwein auf den Arm, streichelte es und sah Ronnie erwartungsvoll an.</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Glöckchen“, Ronnie rang nach Atem. „Glöckchen hat den Mulungu vergraben. Entweder im Garten oder im Park.“</address>
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		<title>Das 10 Kapitel</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 13:31:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carola wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu jedem Helden gehört ein Superhelden-Outfit. Auch Ronnie will da nicht nachstehen. 10. Kapitel Dr. Heimdahl-Schlottke konnte sich Ronnies Zusammenbruch nicht erklären. Er war nur eine halbe Stunde später eingetroffen und hatte den Jungen eingehend untersucht. „Ein Rückfall“ lautete seine Diagnose, die Frau Kabunke erneute Tränen in die Augen trieb. Alle waren froh, als Ronnie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zu jedem Helden gehört ein Superhelden-Outfit. Auch Ronnie will da nicht nachstehen.</strong></p>
<p><span id="more-328"></span></p>
<address style="padding-left: 60px;"><strong>10. Kapitel</strong></address>
<address style="padding-left: 120px;"> </address>
<address style="padding-left: 120px;">Dr. Heimdahl-Schlottke konnte sich Ronnies Zusammenbruch nicht erklären. Er war nur eine halbe Stunde später eingetroffen und hatte den Jungen eingehend untersucht. „Ein Rückfall“ lautete seine Diagnose, die Frau Kabunke erneute Tränen in die Augen trieb. Alle waren froh, als Ronnie nach zwei Stunden die Augen aufschlug und nach einer weiteren Stunde bereits das Bett verlassen <em>hätte</em>, <em>hätte</em> ihn seine Mutter nicht daran gehindert. Ihrer Meinung nach durfte sich Ronnie durch keinen Handschlag überfordern.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Erst am nächsten Morgen durften sich Yingxin, Niels und Glöckchen an seinem Krankenbett einfinden. Niels drückte Ronnie erleichtert die Hand.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Sag mal Ronnie“, begann Niels. „Kann es sein, dass du auf irgendetwas allergisch reagierst?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja auf Birkenpollen. Davon muss ich niesen“, erwiderte Ronnie. Er schien wieder vollständig hergestellt, ja geradezu munter. Er griff nach Niels Weihnachtsteller, der auf seinem Nachtschränkchen stand, um sich ein kleines Marzipanbrot zu nehmen. Yingxin kam ihm zuvor und stellte den Teller vorsichtig weg, ausserhalb Ronnies Reichweite.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Was hast du gestern als letztes gegessen?“ fragte sie.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ein Marzipanbrot?“ antwortete Ronnie verständnislos.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Könntest du dir vorstellen auf Marzipan allergisch zu sein?“ fragte Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das wäre eine Katastrophe!“ empörte sich Ronnie. „Wenn ich kein Marzipan essen darf, hat mein Leben keinen Sinn.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin nahm ein Marzipanbrot aus dem Weihnachtsteller, packte es aus und hielt es vor Ronnies Gesicht.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wie fühlst du dich jetzt, Ronnie?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Hm, ich habe&#8230; Hunger.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Gib mir deine Hand“ befahl Yingxin und legte das Marzipan in Ronnies Handfläche. Im selben Moment geschah erstaunliches: Ronnie wurde blass, dann grün. Entsetzt riss er die Augen auf und rang nach Luft. Das Marzipanbrot entglitt seiner kraftlosen Hand. Im nächsten Moment erholte er sich wieder.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Eine Marzipan-Allergie. Klarer Fall“, erklärte Yingxin.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels fügte hinzu: „Vielleicht hast du vor dem Unfall auch Marzipan gegessen und dadurch kommt es jetzt zu einer verzwickten Reaktion in deinem Körper.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Fest steht“, erklärte Yingxin und stellte den Weihnachtsteller weit weg auf den Schreibtisch „dass Marzipan dich schwächt. Ab heute gibt es kein Marzipan mehr. Ab jetzt gibt es nur noch Schokolade, Karamel, Trüffel oder Krokant.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das ist nicht das selbe“, klagte Ronnie und sank matt in sein Kissen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels und Yingxin befürchteten, dass Frau Kabunke Ronnie am Abend nicht aus dem Haus lassen würde. Doch da hatten sie nicht mit Herrn Kabunke gerechnet, der die Meinung vertrat, dass seinem Sohn ein bisschen Bewegung nur gut tun würde. Und da das Ehepaar Kabunke mit dem Ehepaar Löffelhöfer ohnehin für den Abend Karten für die Oper hatte, kam es, dass die Kinder gegen 18.00 h mit dicken Jacken, Ohrenschützern, Handschuhen und Wollmützen in die Dunkelheit stapften, um mit dem Bus in die Grüngurkener City zu fahren. Das Kino befand sich günstiger Weise keine 50 Meter von der Klinik entfernt.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir brauchen ein Alibi“, erklärte Yingxin. „Für den Fall der Fälle.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Und das heißt?“ erkundigte sich Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir holen jetzt die Karten an der Kasse vom Megaplexkinos, damit wir im Notfall beweisen können, dass wir dort waren.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Schade um das schöne Geld“, beschwerte sich Ronnie.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir gehen in die Vorstellung rein und nach der Werbung verschwinden wir. Du, Ronnie, gehst auf die Toilette und ziehst dich um.“ Yingxin überreichte Ronnie die Plastiktüte, in der sie sein Kostüm verstaut hatte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Jawohl, Chef!“ Ronnie zog eine Grimasse.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Nachdem die Kinder im Saal Platz genommen hatten, warteten sie wie vereinbart das Ende der Werbung ab. Als sie den Saal verließen und in das Foyer traten, war keine Menschenseele zu sehen. Ronnie huschte zu den Toiletten und kam nach wenigen Minuten in seinem Umhang gehüllt zurück. Seine Ohrenwärmer hatte er aufbehalten. „Na, soll ich mir die Ohren abfrieren!“ schimpfte er, als ihn Niels kritisch ansah.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Du siehst top aus“, erklärte Yingxin und hob den Daumen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels kicherte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Auch auf der Straße war an diesem Sonntag kein Mensch unterwegs. Der kalte Wind und die früh einbrechende Dunkelheit ließ die Einwohner Grüngurkens lieber in ihren warmen Wohnungen bleiben.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Klinik war nur wenige Schritte entfernt. Im ersten Stock brannte vereinzelt Licht. Der zweite Stock war gänzlich unbeleuchtet.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wißt ihr noch, wo sich der Raum in etwa befindet?“, fragte Yingxin leise.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Meiner Meinung nach eher auf der Rückseite des Gebäudes“, flüsterte Niels. Die Kinder gingen einmal um das Haus herum. Wenn die Straßenseite der Klinik schon als menschenleer gelten konnte, so war es die Rückseite erst recht. Sie lag in völliger Dunkelheit und nur ein paar überfüllte Mülltonnen und etliche, halbverrottete Pappkartons, aus denen weiße Styroporflocken quollen, waren zu entdecken. Die Kinder verlangsamten ihren Schritt und schauten sich ängstlich um. Ronnie stolperte lautstark über ein verrostetes Fahrrad.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Okay“, er zog sich eine schwarze Augenmaske vom Fasching über. „Ich fliege da jetzt hoch und werfe einen Blick in die Fenster. Ihr bleibt hier und wartet. Rennt nicht weg!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Beeil dich“, flüsterte Niels und drückte sich an Yingxin, die sich nervös umblickte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Eine Schnapsidee! Wenn ihr mich fragt“, erklärte Ronnie und startete in die Lüfte. Wie ein Ballon hob er ab und stieg höher, bis er den zweiten Stock erreicht hatte. Dann steuerte er mit kräftigen Armbewegungen auf die Fensterfront zu und drückte seine Nase gegen die Scheibe.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Hier ist nichts“, rief er leise. „Ein ganz normales Büro. Ich versuche es bei dem nächsten!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Langsam flog er zum nächsten Fenster und hielt sich die Hand über die Augen, damit er durch die Scheibe sehen konnte</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Oho!“ rief er. „Hier ist was! Ganz schön ungewöhnlich für eine Haustierklinik!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Was? Was?“ Niels und Yingxin riefen fast gleichzeitig. Ronnie kam heruntergeschwebt. „Sieht aus wie Kunstgegenstände. Teppiche, Gemälde und so Kram“, erklärte Ronnie.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Diebesgut“, rief Niels und seine Augen leuchteten.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich habs gewußt!“ Yingxin triumphierte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Konntest Du noch mehr erkennen?“ fragte Niels fiebrig.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nein, ich wollte schnell wieder runter. Das Fenster stand offen.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das Fenster stand offen und du wolltest schnell wieder runter?“ Yingxin war verblüfft.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, da kommt bestimmt gleich jemand, um es zu schließen. Ist schließlich Winter“, erklärte Ronnie.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Mensch, wer soll denn da jetzt Sonntagabend vorbeikommen?“ wollte Yingxin wissen. „Ronnie, um Himmels Willen, das ist unsere Chance. Steig ein und guck dich genauer um. Wir brauchen Beweise für Kommissar Löffelhöfer!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ein Teufel werde ich tun. Wir haben gesagt, kurz gucken und dann weg. Und allein geh ich da sowieso auf keinen Fall rein!“ rief Ronnie empört.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Dann müssen wir etwas finden, womit du uns hochziehen kannst“, bestand Yingxin auf ihren Plan.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Zum Beispiel mit diesem Seil.“ Niels hielt ein stabiles Tau in der Hand. „Es lag genau hier vor uns auf dem Boden“, erklärte er.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie verdreht die Augen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ronnie, es ist für Tilly Plörr!“ erklärte Niels eindringlich.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Also gut“, seufzte Ronnie „auf eure Gefahr.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Wieder hob er ab und flog mit dem Seil nah an die Fensterfront. Vorsichtig drückte er das Fenster auf und machte einen behutsamen Schritt ins Innere. Dann warf er den Geschwistern das Seil zu, das sich diese um die Taille banden. Mit wenigen Griffen hatte er sich zu sich hoch gezogen. Schnaufend plumpsten Yingxin und Niels in den im Dunkel liegenden Raum. Yingxin holte eine kleine Taschenlampe hervor und ließ den Lichtkegel über das Inventar gleiten. Tatsächlich lagen hier sorgfältig sortiert und gestapelt teure Perserteppiche, Ölbilder, Statuen und verschiedene Schatullen mit Schmuck. In den Schubladen eines Schränkchens fanden sie Bargeld über Bargeld. Hunderte, wenn nicht gar tausende Banknoten aller Herren Länder.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Und was ist das hier?“ Yingxin leuchtete mit der Taschenlampe auf einen Schreibtisch, der eingerichtet war wie eine Funkstation. Mehrere Tonbandgeräte, deren Spulen sich leise drehten, waren an diese Apparatur angestöpselt. „Vielleicht können wir das auch etwas lauter schalten?“ schlug Niels vorsichtig vor.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin drückte aufs geradewohl einen roten Kippschalter. Im nächsten Moment ging ein Lautsprecher in Betrieb. „Brzl.. brzl..knarz..knarz“ machte es und der Pegel eines Lautstärkeanzeigers schlug heftig aus. „Frau Baronin“, hörten sie die näselnde Stimme eines Mannes in weiter Ferne. „Was geruhen sie heute abend im Fernsehen zu sehen?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Mein lieber Jürgen, mein Gemahl ist heute berechtigt dies zu entscheiden“, klang eine rauhe, verrauchte Stimme aus dem Lautsprecher. Dann kläffte ein Hund. „Topsi, komm zu Frauchen&#8230;ja so ist fein“, war wieder die tiefe Stimme zu hören.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das ist doch Baronin von Flawicke! Sie saß doch mit uns zusammen in Warholigs Wartezimmer! Erinnert ihr euch noch an ihren Mops Topsi?“ rief Niels mit einem Mal aufgeregt.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wißt ihr was ich glaube?“ Yingxins Augen blitzten.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Was Yingxin, was?“ Ronnie verstand nichts mehr.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich glaube die Tiere, die hier in die Klinik gebracht werden, bekommen Wanzen ins Fell gesetzt!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Und auf diese Weise findet Dr. Warholig heraus, wann er am günstigsten einbrechen kann, wie die Safekombinationen gehen und wo die Geheimverstecke sind!“ ergänzte Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Deshalb haben sie die Tiere auch geraubt, um ihnen die Wanzen in aller Ruhe wieder entfernen zu können. Damit keine Beweise übrig bleiben!“ fuhr Yingxin fort. „Und Tilly Plörrs Katze ist ihnen auf dem Weg nach Grüngurken entwischt. Vielleicht ist sie an einer roten Ampel aus dem Wagen gesprungen.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Okay, aber jetzt haben wir alles gesehen. Lasst uns verschwinden!“ erklärte Ronnie und schlug den Weg zum Fenster ein.</address>
<address style="padding-left: 120px;"> Doch in diesem Moment trat eine Gestalt aus dem Dunkel der Ecke. Entsetzt zuckten die Kinder zusammen und wichen zurück. Die Gestalt kam gemächlich näher und spendete ihnen einen lahmen, herablassenden Applaus. Dann knipste sie die Deckenlampe an.</address>
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		<title>Das 9. Kapitel</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 13:29:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carola wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder Held hat seinen Hinkefuß. Was ist Ronnies Kryptonit? 9. Kapitel „So, die Mission ist für mich erledigt. Mit euch beiden Pfeifen mach ich nie wieder was“, grollte Ronnie, als sie das Gebäude verlassen hatten. „Aber Ronnie, es ist doch alles gut gegangen. Und jetzt wird es doch erst richtig spannend“, widersprach Yingxin. „Was meinst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jeder Held hat seinen Hinkefuß. Was ist Ronnies Kryptonit?</strong><span id="more-326"></span></p>
<address style="padding-left: 60px;"><strong>9. Kapitel</strong></address>
<address><strong> </strong></address>
<address style="padding-left: 120px;">„So, die Mission ist für mich erledigt. Mit euch beiden Pfeifen mach ich nie wieder was“, grollte Ronnie, als sie das Gebäude verlassen hatten.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Aber Ronnie, es ist doch alles gut gegangen. Und jetzt wird es doch erst richtig spannend“, widersprach Yingxin. „Was meinst Du, was sich hinter der Tür dort oben wohl befindet?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Das werden wir nie erfahren, erwiderte Ronnie und steuerte einen Kiosk an, um sich eine Limo zu holen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich wette, hinter dieser gut bewachten Tür, finden wir ein Geheimnis“, erklärte Yingxin und lief Ronnie nach.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Mir egal“, grummelte Ronnie. „Wenn das Hausmädchen von der Bansenberg uns verpetzt, dann sieht es düster aus!“ schrie er mit einem Mal Yingxin wütend an. Dann lief er schnellen Schrittes fort. Beinahe währe er dabei über einen Radfahrer gestolpert.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wird sie schon nicht!“ rief Yingxin aber Ronnie war schon zu weit weg, um es zu hören.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ronnie hat recht“, erklärte Niels. „Dann sitzen wir mächtig in der Tinte.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Der soll sich mal nicht so anstellen“, erwiderte Yingxin ärgerlich.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Geschwister gingen schweigend die Straße hinunter bis zur Bushaltestelle, an der sie Ronnie wieder trafen. Dieser sah demonstrativ in eine andere Richtung und setzte sich im Bus nicht zu ihnen sondern weit nach hinten in die letzte Reihe.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Bis zum Abendessen kam er nicht mehr aus seinem Zimmer. Und auch danach verschwand er wortlos dorthin zurück und verschloss die Tür.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wollen wir uns nicht bei Ronnie entschuldigen, Yingxin?“ fragte Niels vorsichtig, als sie gemeinsam in seinem Zimmer saßen. „Wir haben ihn da schließlich reingezogen. Und vielleicht sollten wir überlegen, was wir machen, wenn der Schwindel tatsächlich auffliegt?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, du hast recht, wir sollten darüber nachdenken“, erklärte Yingxin.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Gemeinsam gingen sie zu Ronnies Zimmertür, vor der Glöckchen traurig Wache hielt. Vorsichtig klopften sie an.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich hoffe, ihr wollt euch verabschieden und reist bald ab“, knurrte Ronnie als er die Tür einen Spalt geöffnet hatte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nein, wir wollen uns entschuldigen“, erklärte Niels, während Yingxin einen Schritt hinter ihm stand und auf den Boden blickte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Da gibt’s nix zu entschuldigen. Ihr geht mir gehörig auf den Senkel. Ich will einfach meine Ruhe, habt ihr verstanden? Dass ihr hier die Winterferien verbringt ist schon nervig genug! Niemand hat euch eingeladen. Ich kann gut auf euch verzichten!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Als Ronnie die Tür schließen wollte, traf ihn Yingxins verletzter Blick.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir gehen dir auf den Senkel?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nein. Doch!“ Ronnie stammelte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich habe 124 Euro auf einem Sparkonto“, erklärte Yingxin. „Niels hat bestimmt auch noch Geld.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, 54 Euro 67 Cent“, sagte Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wenn du möchtest, gehe ich morgen zu Dr. Primm und gebe ihm das Geld.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Diesem Halunken?“ Ronnie versuchte ein Lächeln.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich möchte nicht, dass du sauer auf uns bist“, erklärte Yingxin leise.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnies Stimme klang krächzig als er den Blick senkte und sagte „Ist schon gut.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Er öffnete die Tür nun ganz. Yingxin und Niels traten ein und setzten sich. Auch Glöckchen huschte schwanzwedelnd mit ins Zimmer und ließ sich zufrieden zu Ronnies Füßen nieder.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich habe dir meinen Weihnachtsteller mitgebracht.“ Niels reichte Ronnie einen Pappteller mit Keksen und Marzipanbroten. „Du weißt doch, du hast ihn dir verdient.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, stimmt“, erklärte Ronnie trotzig und nahm den Teller an sich.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Weißt Du Yingxin“, erklärte er dann und kratzte sich dabei verlegen am Kopf. „Das war eigentlich ganz witzig mit der Visitenkarte.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin lächelte für einen Moment ein klitzekleines bisschen. Dann wurde sie wieder ernst. „Wenn sie das Geld haben wollen, werden wir dazu stehen. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass da was faul ist in der Klinik. Schade, dass wir nichts mehr machen können.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Auch wenn wir da noch einmal reingehen würden in die Klinik“, erklärte Ronnie, „glaube ich kaum, dass man uns da einfach in den zweiten Stock hineinspazieren lassen würde.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Eine Möglichkeit gäbe es vielleicht“, schaltete sich Niels ein.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Welche denn?“ Yingxin hob die Augenbrauen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Durchs Fenster.“ Niels sah Ronnie vielsagend an.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Völlig unmöglich!“ erwiderte dieser schroff.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ach komm schon, Ronnie!“ Niels war es ernst.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Völlig <em>un-mög-lich</em>!“ Ronnie sprang auf, ging zum Aquarium und blieb dort abgewandt mit auf dem Rücken verschränkten Armen stehen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Yingxin“, wandte sich Niels herausfordernd an seine Schwester. „Was wäre, wenn einer von uns fliegen könnte?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Hahaha, das wärs doch!“ Yingxin wuschelte Niels über den Kopf.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wenn einer von uns fliegen könnte, gesetzt den Fall natürlich nur“, schaltete sich Ronnie ein, „was sollte der für einen Grund haben, sich unnötig in Gefahr zu begeben und seine Nase in Dinge zu stecken, die ihn nichts angehen?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Was für eine Frage!“ rief Niels. „Vielleicht ist ihm ja die Anerkennung einer gewissen Dame beim Film und Fernsehen, der ihr Familienschmuck gestohlen wurde, Dank genug.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie machte ein nachdenkliches Gesicht.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich finde wir sollten es ihr sagen!“ erklärte Niels und sah Ronnie entschlossen an.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Was sagen?“ Yingxin wurde hellhörig.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nichts“, erklärte Ronnie.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Sagt es!“ rief Yingxin ungeduldig.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nein!“ Ronnie starrte Niels böse an.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Okay, dann sag ich es: Ronnie hat Superkräfte und kann fliegen“, erklärte Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Für einen Augenblick herrschte Stille. Doch dann prustete Yingxin los: „Du bist so drollig lieber Bruder!“ Yingxin  verdreht die Augen. „Alles würde ich glauben, wirklich alles! Nur nicht das! Guter Witz! Als ich Ronnie zum letzten mal <em>fliegen</em> sah, landete er im Weihnachtsbaum!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie wurde mit einem mal ganz blass. Yingxin schüttelte belustigt den Kopf und wollte gar nicht mehr aufhören zu lachen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Das konnte Ronnie nicht auf sich sitzen lassen! War es Zorn- oder Schamesröte, die ihm nun ins Gesicht schoss? Als sich Yingxin zu ihm umdrehte, schwebte er triumphierend in der Luft.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„WAAAAS?!“ schrie Yingxin ungläubig. „Das ist ja irre! Du kannst fliegen! Ich glaubs nicht! Wie irre ist <em>DAS</em> denn?“ Yingxin starrte mit glänzenden Augen ihren Cousin an. „Na dann ist das ja gar kein Problem. Ronnie fliegt da rauf und geht durchs Fenster rein“, verkündete sie.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nein, ich will da nicht rauffliegen!“ protestierte Ronnie und landete wieder auf dem Fußboden. „Ich bin nicht schwindelfrei. Und es ist kalt da draussen! Ausserdem: was ist wenn man mich dabei erwischt. Als wir die Katze gerettet haben, wurden wir auch schon beinahe erwischt!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Dann verkleidest du dich eben, damit man dich nicht erkennt! Ein Superheld braucht ein Kostüm!“ rief Yingxin bestimmt.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich bin kein Superheld!“ Ronnie stampfte mit dem Fuß auf.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wohl bist du einer! Warte!“ Yingxin rannte aus dem Zimmer.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Wenig später kam sie zurück. In der Hand hielt sie eine Wollstrumpfhose und eine Turnanzug.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das ziehe ich nicht an!“ Ronnie war entsetzt.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Mach, mach!“ Yingxin drängte Ronnie die Sachen in die Hand. „Ich geh auch raus, wenn du willst.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Denk an Tilly Plörr!“ rief Niels beschwörend.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie bekam für einen Augenblick wieder einen ganz weichen Zug im Gesicht und seine Augen nahmen einen träumerischen Ausdruck an. Dann zog er mürrisch die Strumpfhose und den Turnanzug an. Yingxin wartete vor der Tür, bis Niels sie wieder ins Zimmer rief.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„So gehe ich nicht raus! Niemals.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Es fehlt ja auch noch was“, erklärte Yingxin und nahm sich das Seidentuch, das sie von ihrer Mutter geschenkt bekommen hatte von den Schultern. Dann band sie es Ronnie als Umhang um den Hals.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„<em>Ta ta ta ta!</em> Ronnie Superheld!“ rief Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie sah immer noch sehr unglücklich aus, aber nicht mehr ganz so verzweifelt. Der Umhang schien ihm zu gefallen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Also in Ordnung, Leute. Ich fliege da rauf. Ich gucke ins Fenster. Einen Blick. Und dann bin ich wieder unten, okay?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Einverstanden!“ riefen Yingxin und Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Die Aktion startet morgen Abend“, erklärte Yingxin. „Wir sagen, wir gehen ins Kino. Es ist Sonntag und niemand ist da.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wunderbar!“ rief Niels und seine Augen strahlten.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin hielt Niels die Hände hin und rief: „Gib mir fünf!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels stutzte einen Augenblick, bis er begriff, dass er einschlagen sollte. Yingxin hob ihre Arme und Niels versuchte gegen ihre Hände zu klatschen, doch er reichte nicht heran. Auch Ronnie, dem Yingxin daraufhin ihre offenen Handflächen entgegenhielt, zögerte erst begriffsstutzig. Dann verfehlte er ihre Hände. „Das müssen wir aber noch ein bisschen üben!“ prustete Niels.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Absoluter Wahnsinn, mein Cousin ist ein Supermann“, rief Yingxin und klopfte Ronnie anerkennend auf die Schulter. „Seit wann ist das eigentlich so?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Weißt du damals mit dem Unfall mit dem Chemiebaukasten. Da haben wir ein paar Sachen zusammengemixt. Unter anderem auch so ein bisschen Dreck von diesem Mulungu. Dann explodierte es und am nächsten Tag hatte ich diese Kräfte“, erklärte Ronnie.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ach, und wo ist jetzt dieser Mulungu?“ erkundigte sich Yingxin. „Wir müssen das Phänomen unbedingt untersuchen!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Der ist weg“, erwiderte Niels traurig.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wo ist er denn hin?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das weiß keiner“, erklärte Ronnie schroff.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin sah ihren Cousin durchdringend an. „Du hast ihn nicht etwa zur Seite geschafft?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Was solls! Verdächtigt mich ruhig!“ Ronnie war richtig wütend. „Was ich sage, gilt hier wohl gar nicht!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wenn du uns sagen würdest, wo der Mulungu ist dann könnten Niels oder ich zu diesem Fenster fliegen, um hineinzugucken.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich <em>ha-be</em> ihn nicht!“, buchstabierte Ronnie. Wütend griff er zum Weihnachtsteller, wickelte ein Marzipanbrot aus und steckte es sich in den Mund.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Im nächsten Moment wurde er grün im Gesicht.</address>
<address style="padding-left: 120px;"> Erst röchelte er. Dann brach er zusammen.</address>
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		<title>Das 8. Kapitel</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 13:27:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carola wimmer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf dem Weg in die Höhle des Löwen. Aber ist es wirklich soo klug, Dr. Warholigs Klinik einen Besuch abzustatten? 8. Kapitel Dr. Warholigs Tierklinik war ein moderner zweigeschossiger Bau inmitten der Grüngurkener City. Die riesige Eingangsshalle war vollkommen leer, nur eine junge Dame mit strenger Hochsteckfrisur wartete an einem eleganten Empfangstresen. „Was kann ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf dem Weg in die Höhle des Löwen. Aber ist es wirklich soo klug, Dr. Warholigs Klinik einen Besuch abzustatten?</strong><span id="more-324"></span></p>
<p><!--more--></p>
<address style="padding-left: 60px;"><strong>8. Kapitel</strong></address>
<address> </address>
<address style="padding-left: 120px;">Dr. Warholigs Tierklinik war ein moderner zweigeschossiger Bau inmitten der Grüngurkener City. Die riesige Eingangsshalle war vollkommen leer, nur eine junge Dame mit strenger Hochsteckfrisur wartete an einem eleganten Empfangstresen. „Was kann ich für euch tun, Kinder?“ fragte sie mit professioneller Liebenswürdigkeit.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir möchten zu Dr. Warholig“, erklärte Yingxin.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Empfangsdame warf einen Blick in den Kalender. „Habt ihr einen Termin?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ähm, nein.“ Niels kratze sich verlegen hinter dem Ohr.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Aha. Der Doktor ist heute nicht im Hause.“ Die Stimme der Frau klang nun als würde sie vom Anrufbeantworter eines überlasteten Kundenservice kommen. „Aber sein Assistenzarzt, Attila Primm, hat noch Termine frei. Hier entlang bitte&#8230;“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Kinder waren enttäuscht. Doch konnten sie sich nicht entschliessen, den Besuch abzubrechen. Stattdessen liessen sie sich zum Fahrstuhl führen, dessen Türen mit einem leisen WAPP auseinanderglitten.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich gebe oben telefonisch Bescheid“, erklärte die Empfangsdame. Kaum hatten die Kinder den Fahrstuhl betreten, waren sie auch schon im ersten Stock angekommen und standen inmitten eines riesigen Raumes. Tierpfleger in weißen Kitteln und Gesundheitsschuhen eilten hin und her. Sie führten Hunde an der Leine, schoben Tablettwagen mit Futternäpfen oder trugen Tabletten und Tröpfchen, um hinter Türen, die sich automatisch öffneten und wieder schlossen zu verschwinden.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Eine Frau, die ein knappes weißes Kleid und ein ebenso weißes Häubchen trug und so einer Krankenschwester nicht unähnlich sah, wies den Kindern den Weg zu einer Besucher-Sitzecke aus weißen Polstermöbeln, auf denen sie tief ins Polster sinkend Platz nahmen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Einen Augenblick Geduld bitte.“ Die Frau lächelte liebenswürdig. „Der Doktor kommt gleich.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels lächelten verschüchtert zurück. Ronnie grabschte blind nach einer Golf-Zeitschrift, die auf einem kniehohen Tischchen lag, und blätterte mißmutig darin herum, während Yingxin die anderen Wartenden aufmerksam musterte. Da war eine dicke Frau im knöchellangen Pelzmantel, die einen Mops auf dem Schoß hatte und unruhig mit den Fingern trippelte. Ihr schräg gegenüber saß ein spirreldürrer älterer Mann mit elegantem Mantel und weißen Schal um den dünnen Hals, neben ihm ein Käfig, in dem ein zerrupfter Kanarienvolgel ängstlich schniepte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Glöckchen schien sich in dieser noblen Umgebung sehr wohl zu fühlen. Mit elegant wedelndem Schwanz saß sie in königlicher Haltung und verfolgte aufmerksam was um sie herum geschah.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Frau Baronin von Flawicke, kommen Sie bitte, Gnädigste.“ Die Krankenschwester reichte der dicken Dame im Pelzmantel ihre Hand, damit sich diese ächzend aus dem Sessel erheben konnte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Der Hund winselte ängstlich in schrillen Tönen. „Komm Topsi, Liebes! Gleich wird alles gut“, tröstete ihn die Baronin mit einer unerwartet tiefen, verrauchten Stimme. Der Hund beruhigte sich sogleich wieder. Die Krankenschwester und die Baronin verschwanden hinter einer verglasten Tür, die offenbar zum Behandlungszimmer führte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Und nun?“ fragte Niels leise in die Runde. „Was machen wir jetzt?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das ist hier ja ein ganz schön nobler Schuppen“, grunzte Ronnie und warf die Zeitschrift zurück auf das Tischchen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nach was suchen wir eigentlich? Warum sind wir hier?“ zischte er in Richtung Yingxin.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir suchen nach Hinweisen“, erklärte Yingxin.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Hinweise auf was?“ Ronnie schüttelte verständnislos den Kopf.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„In ganz Grüngurken haben Einbrüche stattgefunden. Alle Opfer hatten hier ihre Tiere in Behandlung, die Fäden laufen in dieser Klinik alle zu einem Knoten zusammen“, erklärte Yingxin ruhig.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Aber Herr Löffelhöfer hat doch gesagt, dass das nur Zufall sein kann!“ beharrte Ronnie.</address>
<address style="padding-left: 120px;">In diesem Moment wurden das Gespräch der Kinder unterbrochen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ronnie! Du bist doch der Ronnie Kabunke? Oder etwa nicht?!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, der bin ich“, erklärte Ronnie verdutzt.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Vor ihnen stand eine junge Frau in einem grünen Anorak und lächelte herzlich. In ihrer Begleitung war ein kleines, etwa 8jähriges Mädchen mit sorgfältig geflochtenen blonden Zöpfen und Lackschuhen. Es hielt einen Karton in den Händen und liess sich etwas Abseits gelangweilt auf einen Sessel fallen, ohne Niels, Ronnie oder Yingxin eines Blickes zu würdigen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich bin Lilo Lembold. Das Hausmädchen der Bansenbergs. Ich komme oft in das Geschäft deiner Mutter mit Hektor, das ist diese süße Bulldogge mit den schwarzen Flecken, weißt du.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, jetzt erinnere ich mich“ sagte Ronnie lahm.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Hallo“, riefen Niels und Yingxin freundlich.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Und das ist Conzuela“, erklärte Lilo Lembold. „Conzuela Bansenberg, die Tochter von Bansenberg Keks Fabrik. Also die Tochter ihres Vaters, Frodebert Bansenberg. Ihr wisst schon! Der Millionär!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Achso, Bansenberg-Kekse, kenne ich“, erklärte Ronnie und nickte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Mittlerweile hatte Conzuela aufgehört unbeteiligt vor sich in zu starren. Stattdessen betrachtete sie nun voller Abscheu Ronnies ausgelatschte Turnschuhe.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ihr Meerschweinchen hat ein verstauchtes Bein“, fügte Lilo Lomberg flüsternd hinzu.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Conzuela“, rief sie fröhlich. „Komm doch zu uns rüber und sag Hallo!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Das Mädchen rümpfte die Nase.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ach komm schon!“ ermunterte sie Lilo.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Conzuela warf dem Hausmädchen einen abschätzenden Blick zu. Dann stellte sie mit demonstrativer Langsamkeit den Karton zur Seite und rutschte vom Sessel. Mit erhobener Nase schritt sie auf Ronnie zu, griff in ihr Handtäschchen und überreichte ihm eine kleine Visitenkarte. CONZUELA BANSENBERG stand darauf in geprägten Goldlettern. Verblüfft reichte Ronnie die Karte Niels, der sie sogleich Yingxin weiter gab. Conzuela machte mit fliegenden Zöpfen auf dem Absatz kehrt und ging zurück zu ihrem Sessel, wo sich sie setzte und gelangweilt ihre Fingernägel betrachtete.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nicht besonders gesprächig, scheint es“, bemerkte Ronnie grimmig.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Lilo Lembold lächelte hilflos, verdreht die Augen und zuckte mit den Schultern.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Sie sind um ihren Job nicht zu beneiden“, stellte Yingxin fest.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nein, das bin ich nicht“, Lilo Lemberg seufzte. Im nächsten Moment lächelte sie aber wieder herzlich. Yingxin nickte ihr aufmunternd zu.</address>
<address style="padding-left: 120px;">In diesem Augenblick erschien die Krankenschwester.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Kommt bitte, Kinder. Doktor Primm hat jetzt Zeit für euch.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Gemeinsam gingen sie in den Behandlungsraum.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Attila Primm trug einen weißen Kittel über einer karierten Hose. Er war ein hagerer Mann mit Halbglatze und einer schweren, quadratischen Brille mit dickem schwarzem Rand.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wat fehlt dem Hündchen denn?“ fragte er und zeigte ein breites Lächeln, bei dem er ein phänomenales Pferdegebiss entblößte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, ähem. Sie bellt so komisch“, erklärte Niels schnell. „Wir glauben, dass da was nicht in Ordnung ist.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„So, so. Na denn wolln wa mal kieken“, sagte der Arzt. Er zog sich Gummihandschuhe über und machte Anstalten Glöckchen auf den Behandlungstisch zu heben. Doch Glöckchen wich zurück und knurrte böse. „Entschuldigen Sie“, erklärte Niels und hievte den Hund auf den Tisch. Glöckchen wedelte nun wieder froh mit dem Schwanz. Niels, Roland, Yingxin und der Arzt schauten den Hund erwartungsvoll an. Und als hätte Glöckchen verstanden, was man von ihr erwartete, machte sie einmal WUFF.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Da is nix“, erklärte der Arzt und zog sich die Handschuhe aus. „Die Töle is kernjesund.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das ist schön“, erklärte Niels liebevoll und streichelte Glöckchen über den Kopf.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wohin darf ick die Rechnung schicken?“ wandte sich der Arzt an die Kinder. „Dit macht 200 Euren. Oder wollt ihr bar bezahlen?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Kinder sahen sich erschrocken an. 200 Euro? Frau Kabunke würde ihnen den Kopf abreissen. Niels wurde für einen Augenblick schwindelig. Und auch Ronnie sah blass aus. „Wissen sie, ähm, wissen sie“, stammelte er.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin trat einen Schritt vor und reichte dem Arzt Conzuelas Visitenkarte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Schicken sie die Rechnung bitte hier an diese Adresse. Mein Vater bezahlt die Rechnung.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Oho, kieck an“, rief der Arzt erfreut, nachdem er einen Blick auf die Karte geworfen hatte. „Fräulein Bansenberg!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Meinem Vater gehören die Bansenbergkeks-Werke“, erklärte Yingxin.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels und Ronnie sahen sich fassungslos an.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Da fällt mir ein“, unterbrach sie der Arzt mit betonter Freundlichkeit, „ick würde doch noch janz jerne ene klitzeklene Untersuchung an dem süßen Hundeken vornehmen.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ach wir wollten eigentlich jetzt sofort auf der Stelle gehen“, erklärte Niels, dem der Angstschweiß auf die Stirn getreten war.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Dit dauert nur 5 Minuten! Und ick werde et nich in Rechnung stellen, naturlement“, fügte Attila Primm eifrig hinzu.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, gut, Herr Doktor, wenn sie meinen“, willigte Yingxin  ein. Die Kinder warfen sich ängstliche Blick zu.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ick bring euer Joldstück gleich wieder. Wartet hier!“ Attila Primm karrte den Behandlungstisch mit Glöckchen in einen angrenzenden Raum. Bevor er hinter der Tür verschwand, winkte er den Kindern flüchtig zu. „Bin gleich wieder da!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie und Niels war das Entsetzen ins Gesicht geschrieben.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das kannst du doch nicht machen“, flüsterte Niels mit bebender Stimme.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Mann kann auch nicht 200 Euro dafür nehmen, einem Hund beim Bellen zu zuhören!“, flüsterte Yingxin hastig zurück.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich glaubs nicht“, jammerte Ronnie. „Wir müssen hier weg!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Im nächsten Augenblick betrat Attila Primm schon wieder mit Glöckchen an der Leine das Behandlungszimmer. Der Hund lief den Kindern schwanzwedelnd entgegen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ohne Befund. Der Hund is bei bester Jesundheit, gratuliere!“ verkündeter Dr. Primm zufrieden.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, dann gehen wir jetzt mal“, erklärte Niels nervös und ergriff Glöckchens Leine.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Tut det, ihr Lieben. Tut det“, flötete Attila Primm liebenswürdig und begleitete die Kinder zur Tür.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir müssen nur weg sein, bevor Conzuela ihre Visitenkarte zückt“, flüsterte Yingxin, sobald sie den Raum verlassen hatten. Im Laufschritt eilte sie Richtung Ausgang. Am Aufzug angelangt, öffnete sich dessen Tür und die Kinder sprangen hinein. Hektisch drückte Ronnie etwa ein dutzend mal auf den Knopf für das Erdgeschoss. Endlich fuhr der Fahrstuhl los, stoppte mit einem Ruck und im nächsten Moment glitt die Tür auf. Die Kinder drängten aus der Kabine. „Mist, der Aufzug ist erst nach oben gefahren!“ stellte Niels erschrocken fest. Sie standen in einem düsteren Raum, von dem mehrere Flure abgingen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„He ihr! Kinder stehen bleiben!“ Ein Mann mit Walkie-Talkie und einer Waffe am Hosenbund kam ihnen entgegen. „O Gott, wir sind aufgeflogen“, jammerte Ronnie und wollte schnell zurück in den Fahrstuhl. Doch die Türen hatten sich bereits geschlossen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Hier lang“, entschied Yingxin und zog die Jungen mit sich nach links den Flur hinunter. Sie begannen zu laufen, aber auch der Wachmann legte einen Schritt zu. „Bleibt sofort stehen!“, rief er dröhnend.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Kinder bogen den Flur links um die Ecke, als plötzlich eine Alarmsirene losheulte. Sie guckten weder links noch rechts und stürzten so schnell sie konnten voran. Vielleicht gab es irgendwo ein Treppenhaus, über das sie entkommen konnten? Den nächsten Flur bogen sie rechts ab und den nächsten wieder links. Doch dort sahen sie sich plötzlich in einer Sackgasse. Der Flur endete an einer schweren Metalltür mit elektronischem Schloss.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Jetzt werden wir verhaftet! Das gibt Ärger, ich sags euch!“ rief Ronnie und sah Yingxin anklagend an.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Kinder! Bleibt stehen!“ Der Wachmann kam ausser Atem um die Ecke gebogen. „Es tut mir leid, Kinder. Hier dürft ihr nicht sein. Dieser Bereich der Klinik ist privat.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Entschuldigung“, sagte Yingxin. Auch Niels fasste sich schnell wieder. „Wir haben uns verlaufen“, erklärte er.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Macht ja nix“, sagte der Wachmann gutmütig. „Kann ja mal passieren. Nur habt ihr die Lichtschranken passiert und den Alarm ausgelöst.“ Er öffnete die Klappe einer Buchse, die sich neben der Tür befand, steckte einen Schlüssel hinein und drehte ihn um. Im nächsten Augenblick verstummten die Sirenen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Kommt mit, ich bring euch zum Aufzug.“</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Vielen Dank, vielen tausend Dank.“ Niels lächelte befreit. Ronnie schüttelte fassungslos den Kopf.</address>
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		<title>Das 7. Kapitel</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 13:25:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carola wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Welche Informationen hält eigentlich das Internet über Dr. Warholig bereit? Yingxin recherchiert. 7. Kapitel Als Ronnie befreit nach Hause kam, traf er Yingxin und Niels am Computer an. Sie waren gerade dabei im Internet Informationen über Dr. Warholig zu suchen. „Bist du immer noch misstrauisch, Yingxin?“ Ronnie legte die Stirn in Falten. „Das hat nichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Welche Informationen hält eigentlich das Internet über Dr. Warholig bereit? Yingxin recherchiert.</strong> <span id="more-321"></span><strong></strong></p>
<p style="padding-left: 60px;"><strong>7. Kapitel</strong></p>
<address><strong> </strong></address>
<address style="padding-left: 120px;">Als Ronnie befreit nach Hause kam, traf er Yingxin und Niels am Computer an. Sie waren gerade dabei im Internet Informationen über Dr. Warholig zu suchen.<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Bist du immer noch misstrauisch, Yingxin?“ Ronnie legte die Stirn in Falten.<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Das hat nichts mit Mißtrauen zu tun“, erklärte Yingxin. „Das ist professionelle Neugier.“<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Professioneller Verfolgungswahn?“ Ronnie machte mit der Hand Wischi-Waschi-Bewegungen vor seinem Gesicht.<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Wenn ich einmal Reporterin werden möchte, dann muss ich früh anfangen“, erklärte Yingxin.<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Ach so, Reporterin! Wie deine Mutter, die lieber in Patagonien rumgurkt, als mit euch Weihnachten zu feiern. Daher weht der Wind!“ rief Ronnie abschätzig.<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Nein.“ Yingxins Stimme klang traurig. „Journalistin wie meine wirkliche Mutter Wang Liping.“<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> Niels legte schnell seine Hand auf Yingxins Arm und rief betont fröhlich: „Und was hast du schon gefunden?“<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> Yingxin wischte sich über die Augen, fasste sich und gab betont sachlich Report: „Bisher einen Artikel aus dem Grüngurkener Boten.“ Sie las vor:<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Preisverleihung an den Kleintierzüchter-Verband Steckenrode<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> Bei der Wohltätigkeitsgala zu Gunsten herrenloser Zwergkaninchen konnte das Festkomitee dieses Jahr einen besonderen Laudator gewinnen. Dr. med. vet. Bertram Warholig überreichte in der Grüngurkener Stadthalle den Spezial-Preis an den Kleintierzüchter-Verband für ihren unermüdlichen Einsatz im Interesse bedrohter Kaninchenbestände im Grüngurkener Aale-Forst.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Neben dem Artikel befand sich ein Foto mit Bildunterschrift:<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Warholig im Vicci-Seidenmaßanzug mit tasmanischen Schlangenlederschuhen. An seiner Seite: Die Starlets Veronica Pateschke und Bibi Bratzke (links).“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das ist also Warholig.“ Niels war beeindruckt. „Für sein Alter sieht er noch ganz schön fit aus. Der ist doch mindestens 50!“<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Also diese solariumsverbrannte Haut – also ich weiß nicht“, Ronnie rümpfte die Nase.<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Wartet, hier steht noch was!“ Yingxin wechselte die Web-Adresse. „In der Grüngurkener Rundschau ist ein aktueller Bericht:<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> Tiger von Malaysia eingetroffen<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> In den frühen Morgenstunden des 23. Dezembers erreichte den Grüngurkener Hafen eine ungewöhnliche Fracht. Der Tiger des malaysischen Konsuls, war in Grüngurken eingetroffen. Ziel der Reise: Die Operation am offenen Herzen. Ein Tiermediziner von internationalem Rang wird diese schwierige Aufgabe übernehmen und der wilden Kreatur einen Herzschrittmacher einsetzen.<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Das Vertrauen des Konsuls ehrt mich“, erklärte Warholig in einem Pressegespräch&#8230; bla bla bla, so geht das jetzt immer so weiter“, erklärte Yingxin. „Dieser Warholig scheint wirklich über jeden Verdacht erhaben zu sein. Preisverleihungen, internationale Kontakte&#8230;“<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Sag ich doch!“ rief Ronnie trotzig.<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Und was ist das hier?“ Niels deutete auf einen Link weiter unten in den Suchergebnissen. „Wieder ein Bericht des Grüngurkener Boten, nur älter!“<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Freispruch für Warholig“, las Yingxin vor. „Bereits nach drei Prozesstagen wurde Dr. Bertram Warholig vom Stadtgericht Grüngurken freigesprochen. Der Vorwurf der vierfachen Unterschlagung und des Amtsmissbrauchs konnte nicht aufrechterhalten werden, da frühere Belastungszeugen ihre Aussagen zurücknahmen oder nicht zum Gerichtstermin erschienen – und bis auf weiteres auch nicht wieder aufgetaucht sind.“<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> Yingxin sah triumphierend in die Runde: „Also ich würde mir diesen Dr. Warholig doch gerne mal genauer ansehen! Am besten ist, wir gehen morgen früh mal in die Klinik!“<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Wir? Was heißt denn wir? Geh doch alleine!“ rief Ronnie empört.<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Na, wir brauchen dich doch mit Glöckchen! Tante Cosima wird uns doch kaum mit dem Hund in die Stadt fahren lassen einfach so ohne Grund.“<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Und wer sagt, dass ich mitkomme?“ schnauzte Ronnie.<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Aber Ronnie, überleg doch mal!“ erklärte Niels. „Wenn dieser Warholig wirklich was mit dem Raub irgendwie zu tun hat und wir decken das auf – dann, ja dann wird Tilly Plörr uns ganz bestimmt zum Kakao einladen. Meinst du nicht?&#8221;<br />
</address>
<address style="padding-left: 120px;"> „Von der Seite habe ich es noch gar nicht gesehen.“ </address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie kam ins Grübeln. </address>
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		<title>Das 6. Kapitel</title>
		<link>http://carolawimmer.de/das-6-kapitel/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 14:09:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carola wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[6. Kapitel]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wird die große Schauspielerin Tilly Plörr die Kinder wieder zu sich einladen? Weiß Kommissar Löffelhöfer etwas über den geheimnisvollen Tierarzt Dr. Warholic? 6. Kapitel Ronnie hatte die Nacht kaum schlafen können, so bewegt war er von der Fahrt mit Tilly Plörr in ihrem schnittigen Porsche. Die Kinder hatten sich allesamt auf die winzige Rückbank gequetscht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Wird die große Schauspielerin Tilly Plörr die Kinder wieder zu sich einladen? Weiß Kommissar Löffelhöfer etwas über den geheimnisvollen Tierarzt Dr. Warholic?</strong><span id="more-315"></span></p>
<p style="padding-left: 60px;"><strong>6. Kapitel</strong> <strong> </strong></p>
<address style="padding-left: 90px;">Ronnie hatte die Nacht kaum schlafen können, so bewegt war er von der Fahrt mit Tilly Plörr in ihrem schnittigen Porsche. Die Kinder hatten sich allesamt auf die winzige Rückbank gequetscht, denn auf dem Beifahrersitz war nur Platz für Minkie in ihrem prachtvollen Katzenkorb. Die Fahrt war natürlich viel zu kurz gewesen. Denn was die Straßenbahn in einer Viertelstunde schaffte, erledigte der Porsche in fünf Minuten.</address>
<address style="padding-left: 90px;">In rasender Geschwindigkeit hatten sie die Ödniss von Ölkendorf erreicht. Zu allem Überfluss war nun über Nacht auch noch der Schnee geschmolzen. Nur eine matschige graue Pampe lag unansehnlich im Rinnstein, als hätte es diese glitzernde halbe Stunde im Haus der Schauspielerin nie gegeben.</address>
<address style="padding-left: 90px;">Trotz wenig Schlaf saß Ronnie mit Yingxin und Tante Cosima bereits hellwach und aufgekratzt beim Frühstück. Nur Niels war immer noch nicht am Frühstückstisch erschienen. Herr Kabunke war schon früh zum Dienst, denn die Feiertage waren vorbei.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„<em>Wir müssen den Kakao verschieben!</em>“ wiederholte Ronnie Tilly Plörrs Worte mit versonnenem Blick. „Meinst du, sie wird anrufen und uns einladen?“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Ich glaube eher nicht, Ronnie“, erwiderte Yingxin. „Sie hat uns ja noch nicht einmal nach unseren Namen gefragt.</address>
<address style="padding-left: 90px;">Ronnie schob mißmutig den Teller von sich. Diese Antwort hatte er nicht hören wollen.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Kinder, seid bitte artig!“ verabschiedete sich Frau Kabunke. „Ich muß jetzt in den Salon. Der ganze Tag ist ausgebucht, ein Termin jagt den anderen. Alle wollen ihre Hunde vor dem neuem Jahr nocheinmal auf Vordermann trimmen. Jedes Jahr das selbe!“</address>
<address style="padding-left: 90px;">Im Stehen trank Frau Kabunke noch einen letzten Schluck Kaffee und huschte dann aus dem Haus.</address>
<address style="padding-left: 90px;">Kaum war die Tür ins Schloss gefallen, hörte man im oberen Stockwerk Niels ausser sich vor Wut brüllen: „Wo ist der Mulungu!“ Im nächsten Moment kam er die Treppe hinuntergestürmt und stürzte in die Küche direkt auf Ronnie zu. „Gib zu, du hast ihn genommen!“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Was, ich?“ Ronnie zog die Augenbrauen hoch.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Gib ihn wieder her!“ Niels packte Ronnie an den Schultern und versuchte, ihn zu rütteln. Ronnie saß starr wie ein Fels und war verblüfft.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Aber ich habe ihn doch nicht!“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Und wo soll er sonst sein? Es ist das Weihnachtsgeschenk meiner Mutter!“ Niels schossen die Tränen in den Augen.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Und warum bitte soll ich das Geschenk deiner Mutter genommen haben?“ fragte Ronnie und biss in einen Toast. Niels zog schwer atmend den Rotz hoch. „Weiß ich doch nicht!“ heulte er. „Vielleicht weil du willst, dass niemand die Formel bekommt!“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Die Formel?“ fragte Yingxin. „Was denn für eine Formel?“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Gar keine Formel. Überhaupt keine Formel!“ rief Ronnie und erhob sich drohend. „Pass auf was du sagst, Niels!“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Du willst nicht, dass sie auch ein anderer bekommt!“ Niels blieb mutig stehen. Seine Tränen waren versiegt. Es war ihm egal, was Ronnie gleich mit ihm anstellen würde, wenn er das Geheimnis verraten haben würde. Er wollte nur noch seinen Mulungu zurück. Die beiden Jungen standen sich gegenüber und starrten einander in die blitzenden Augen. In diesem Augenblick kam Glöckchen in die Küche gelaufen und stürzte sich durstig auf ihren Wassernapf. Sie hinterließ eine tapsige Dreckspur, denn ihre Pfoten waren völlig verdreckt.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Das wird Tante Cosima aber gar nicht gerne sehen!“ bemerkte Yingxin belustigt. „Wo hat sie sich denn nur so schmutzig gemacht?“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Weißt du was ich glaube?“ knurrte Ronnie. „Ich glaube, Glöckchen hat den Mulungu gemobbst. Sie hat ihn für einen Knochen gehalten und vergraben.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Ja, Niels, das ist gar nicht so unwahrscheinlich“, bestätigte Yingxin Ronnies Aussage.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Das macht sie nämlich öfter, Sachen vergraben“, rief Ronnie triumphierend.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Ja?“ Niels klang kleinlaut. „Dann entschuldige, Ronnie.“ Mit hängenden Schultern schlich Niels aus der Küche. „Dann gehe ich wohl mal suchen.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Was regt er sich nur so auf!“ bemerkte Ronnie abschätzig.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Es ist ein Geschenk seiner Mutter“, erklärte Yingxin und sah Ronnie verständnislos an. „Er ist jünger als wir. Du glaubst gar nicht wie sehr er darunter leidet, dass sie so wenig da ist.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">Ronnie zuckte die Schultern.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Weißt du was ich komisch finde?“ fuhr Yingxin fort.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Was denn?“ Ronnie schmierte sich ungeschickt einen zweiten Toast.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Wie konnte die Katze so schnell von Tilly Plörr nach Grüngurken laufen. Und das bei der Kälte!“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Hm, ja gute Frage.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Und warum überhaupt!“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Hm, tja“ Ronnie war an dem Thema völlig uninteressiert und biss beherzt in sein Toast, das er mit zwei Lagen Schinken und Käse belegt hatte.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Weißt du, ich habe überlegt, ob die Katze vielleicht auch gestohlen wurde und entwischt ist“, erklärte Yingxin.</address>
<address style="padding-left: 90px;">Ronnie wurde es nun langsam ungemütlich. Warum erzählte Yingxin das alles? So ausführlich hatten sie noch nie miteinander gesprochen.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Dann müßte der Dieb doch nach Grüngurken reingefahren sein, wenn er hier in Ölkendorf vorbeigekommen ist.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Aber das geht doch uns nichts an“, versuchte Ronnie das Thema zu beenden. „Wer klaut denn eine Katze!“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Vielleicht ist sie wertvoll“, überlegte Yingxin.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Aber was hat man von einer Katze, die jeder kennt?“ Ronnie fand das Gespräch völlig sinnlos.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Vielleicht ist das wie bei Kunstsammlern“, erklärte Yingxin. „Jemand. der Katzen liebt oder sie einfach nur will, um sie in seinem Privatbesitz zu haben. Meinst du, auch bei den anderen Einbrüchen wurden die Haustiere gestohlen?“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Woher soll <em>ich</em> das wissen?“ erklärte Ronnie abweisend. „Frag doch Kommissar Löffelhöfer.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Weißt du Ronnie, genau das werde ich tun“ Yingxin stand entschlossen auf.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Na dann viel Spaß.“ Ronnie schien erleichtert, dass das Gespräch nun beendet sein sollte.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Komm doch mit und erzähl Siggi von unserem Besuch bei Tilly Plörr“, bemerkte Yingxin mit ein wenige Spott in der Stimme. „Das wird ihn bestimmt interessieren.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">Ronnie war plötzlich wie ausgewechselt. Ein Grinsen machte sich langsam auf seinem Gesicht breit. „Genau! Das weiß er ja vielleicht noch gar nicht. Na, der wird staunen!“ Ronnie sprang auf.</address>
<address style="padding-left: 90px;">In Windeseile hatte er seine Schuhe angezogen und die Jacke übergeworfen. Yingxin kam ihm beinahe nicht hinterher, so schnell hatte er das Haus verlassen.</address>
<address style="padding-left: 90px;">Energisch klingelte er bei Löffelhöfers und stürmte an Siegfrieds Mutter vorbei, sobald sie die Tür geöffnet hatte. Yingxin schlenderte Ronnie ins Wohnzimmer hinterher, wo Herr Löffelhöfer und Siegfried bei einander saßen.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Am basteln?“ fragte Ronnie, als er mehrere Holzbrettchen auf dem Tisch entdeckte.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Ja, wir machen gerade ein kleines Experiment“, erklärte Siggi und strich sich durch seine Locken.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Hast du schon gehört, dass wir bei Tilly Plörr zum Kakaotrinken waren?“ Ronnie gab sich Mühe, seine Stimme beiläufig klingen zu lassen, aber ein kleiner schriller Nachklang verriet seine Aufregung.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Tilly Plörr?“ Siegfried dachte nach. „Ach die! Jetzt erinnere ich mich.“ Er winkte ab. „Seit <em>Wo die Wölfe heulen</em> hat sie ja eigentlich keinen nennenswerten Film mehr gemacht!“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Ach wirklich?“ Ronnie knurrte. Er versuchte seinen Ärger nicht zu zeigen. Stattdessen griff er nach eines der Bretter. „Und was soll das werden, wenn es fertig ist?“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Nein! Nicht anfassen!“ Herr Löffelhöfer sprang auf.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Zu spät!“ Siegfried sah Ronnie mitleidig an. „Da war mein neuer Mega-Kleber drauf.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">Ronnie sah erschrocken auf seine Hand, an der nun das Brett klebte, bombenfest. So sehr er auch zog mit seinen enormen Kräften, es war nichts zu machen. Der Mega-Kleber klebte so fest, dass er nichts ausrichten konnte. Yingxin  sprang ihm bei und zog ebenfalls, aber sie hatte erst recht keinen Erfolg. Ronnie hing nun an einer Vorrichtung aus kleinen zusammenhängenden Brettchen, mit denen er unmöglich das Haus verlassen konnte.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Warte einfach, Ronnie! In zwei Stunden hört die Klebekraft auf und das Brett fällt von allein ab“, tröstete ihn Siegfried.</address>
<address style="padding-left: 90px;">Unglücklich setzte sich Ronnie aufs Sofa. Er fühlte, dass er keine besonders gute Figur machte. Zwei Stunden bei Löffelhöfers? Eine schlimmere Strafe konnte ihm kaum einfallen.</address>
<address style="padding-left: 90px;">Yingxin verdrehte bei seinem niedergedrückten Anblick ein wenig die Augen. Dann wandte sie sich an Herrn Löffelhöfer. „Herr Löffelhöfer, wir haben uns so unsere Gedanken gemacht.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Was ist denn Yingxin? Schieß los!“ Der Kommissar sah sie aufmerksam an.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Hatten eigentlich auch die anderen Einbruchsopfer Haustiere und wurden die auch gestohlen so wie Minkie?“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Ja, Yingxin. Das ist ein interessanter Gedanke. Alle hatten Haustiere und alle Haustiere waren kurz nach den Einbrüchen für kurze Zeit verschwunden.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Gibt es bei den Haustieren irgendwelche Gemeinsamkeiten?“ wollte Yingxin wissen.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Nein, nicht das ich wüsste. Das waren Hunde, Katzen, Vögel, Kaninchen, alles durcheinander.“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Keine Gemeinsamkeiten? Waren die Tiere vielleicht alle aus der selben Tierhandlung? Oder beim selben Tierarzt. Irgendetwas?“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Hm, ich meine die Tiere waren alle bei Dr. Warholig in Behandlung.“ Herr Löffelhöfer kratzte sich am Kinn. „Alle reichen Leute in Grüngurken geben ihre Haustiere zu Dr. Warholig in Behandlung“, fügte er erklärend hinzu.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Könnte es sein, dass dieser Doktor irgend etwas mit den Einbrüchen zu tun haben könnte?“ erkundigte sich Yingxin vorsichtig.</address>
<address style="padding-left: 90px;">„O nein, Yingxin!“ Kommissar Löffelhöfer winkte ab. „Diese Klinik ist über jeden Verdacht erhaben. Es heißt, Dr. Warholig sei der beste Tierarzt der Stadt. Manche munkeln zwar, steinreiche Damen würden dort ihre moppelig gewordenen Katzen das Fett absaugen lassen, oder Hunden würden dort vor einem Schönheitswettbewerb noch schnell die Lefzen geliftet, aber Dr. Warholig kann mit dieser Einbruchserie definitiv nichts zu tun haben. Die wichtigsten und reichsten Menschen geben ihre Tiere zu ihm in Behandlung, laden ihn auf ihre Feste und Bankette ein. Er wird schließlich sogar vom Bürgermeister empfangen!“</address>
<address style="padding-left: 90px;">„Siehst du!“ rief Ronnie und sah Yingxin streng an.</address>
<address style="padding-left: 90px;"> „Tja, dann will ich mal wieder“, erklärte Yingxin und verabschiedete sich. Zwei Stunden später fiel mit einem leichten Klack auch das Brettchen von Ronnies Finger ab.</address>
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		<title>Das 5. Kapitel</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 12:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carola wimmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[5. Kapitel]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für eine Überraschung: Das gerettete Kätzchen ist nicht nur irgendein Kätzchen&#8230; Niels lernt eine neue Seite an Ronnie kennen. 5. Kapitel „Und du bist wirklich auf den Baum geklettert und hast die Katze gerettet?“ Yingxin strahlte Ronnie begeistert an. „Nicht der Rede wert!“ winkte Ronnie ab. Niels verdrehte die Augen. Er konnte es nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was für eine Überraschung: Das gerettete Kätzchen ist nicht nur irgendein Kätzchen&#8230; Niels lernt eine neue Seite an Ronnie kenne</strong><strong>n.</strong></p>
<p><strong><span id="more-307"></span> </strong></p>
<p style="padding-left: 60px;"><strong>5. Kapitel</strong></p>
<address style="padding-left: 120px;">„Und du bist wirklich auf den Baum geklettert und hast die Katze gerettet?“ Yingxin strahlte Ronnie begeistert an.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Nicht der Rede wert!“ winkte Ronnie ab.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels verdrehte die Augen. Er konnte es nicht glauben, wie dreist Ronnie die Wahrheit verbiegen konnte. Yingxin streichelte das süße Kätzchen innig und lächelte immer wieder Ronnie dankbar an. Auch Herr und Frau Kabunke, die aus dem Wohnzimmer hinzugelaufen kamen, waren von der flauschigen Katze mit dem süßen Stupsnäschen über alle Maßen begeistert. Alle wollten es tätscheln und kraulen. Das Kätzchen dankte es, indem es sein Köpfchen heftig gegen ihre Hände strich und schnurrte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir müssen sie dem Besitzer zurückbringen!“ seufzte Yingxin. „Er macht sich bestimmt schon Sorgen!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, vielleicht sollten wir überall in Ölkendorf Zettel aufhängen und fragen, wem eine Katze entlaufen ist“, schlug Niels vor.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Reicht es denn nicht, wenn wir sie im Tierheim abgeben?“ wunderte sich Ronnie, schwieg aber sofort, als er Yingxins blitzenden Blick auf sich gerichtet fühlte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Seht doch mal“, erklärte Tante Cosima „diese Katze scheint etwas ganz Besonderes zu sein. Das eine Auge ist strahlend blau, während das andere ein wenig grünlich schimmert. Ich glaube, ich weiß sogar, wem die Katze gehört.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Kinder sahen Frau Kabunke erstaunt an.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wenn ich mich nicht irre, dann gehört dieses Kätzchen Tilly Plörr, denn sie hat letztes Jahr einen Preis auf der Grüngurkener Katzenschau erhalten. Dort habe ich sie nämlich gesehen und mir sogar ein Autogramm geholt.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Tilly Plörr?“ Ronnie schluckte. „<em>Die</em> Tilly Plörr?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, genau. Die Tilly Plörr. Schauspielerin zahlreicher Filme, wie zum <em>Beispiel Die Elefanten-Prinzessin</em> oder <em>Diamanten-Fieber am Red-River“</em>, bestätigte Frau Kabunke und begann in der Kommode nach dem Autogramm zu kramen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Niels, Yingxin und vor allem Ronnie waren entzückt. Sie strahlten erst Frau Kabunke, dann das Kätzchen und schließlich einander an.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das Kätzchen von Tilly Plörr! Wir müssen es ihr bringen!“ rief Ronnie. „Heute noch! Am besten jetzt sofort!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Aber wir wissen doch gar nicht, wo sie wohnt“, warf Niels ein.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ich glaube nicht, dass so jemand wie Tilly Plörr im Telefonbuch steht“, fügte Yingxin hinzu.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Mist!“ Ronnie stampfte mit dem Fuß. Sein missmutiger Blick hätte ein Loch in den Teppich fressen können.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Was niemand wusste: Ronnie war schon lange ein glühender Verehrer der Schauspielerin. In seinem Schreibtisch hatte er ein Album mit ausgeschnittenen Fotos der Diva unter Verschluss. Der eine oder andere Brief, in dem er sie nach ihren Hobbys und ihrer Lieblingsfarbe fragen wollte, war angefangen und wieder zerrissen worden. Und nun das! Die Gelegenheit war günstig, nur die Adresse fehlte! Ronnie bekam beinahe Bauchschmerzen, so heftig ärgerte er sich.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Aber <em>ich</em> weiß, wo Tilly Plörr wohnt!“ Herr Kabunke lehnte lässig im Türrahmen und schwieg nun bedeutsam.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wie, was, warum?“ rief Ronnie skeptisch.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Als Briefträger weiß man so etwas schließlich. Aber wenn du mir nicht glaubst, muss ich ja nicht sagen, wo sie wohnt.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wo wohnt sie! Wo wohnt sie?“ Die Kinder umringten Herrn Kabunke und zerrten an seinem Hemd.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ist ja gut!“ Herr Kabunke lachte und wich ein paar Schritte zurück. „Die Adresse ist Am Elbsandgraben 5.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie schien wie verwandelt. Seine Augen glänzten. Ein befreites Lächeln machte sie auf seinem Gesicht breit.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Dürfen wir ihr die Katze bringen?“ Ronnie stürzte auf seine Mutter zu. Diese hatte gerade die Autogrammkarte gefunden.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Seht doch! Tilly Plörr“, bemerkte sie befriedigt und zeigte das Foto. Darauf war eine schöne Frau zu sehen, die sanft lächelte. Ihr blondes Haar wallte aufs Angenehmste über ihre Schultern hinab bis zur Hüfte. Sie trug ein elegantes Abendkleid und saß auf einen roten Plüsch-Sofa, die eine Hand ruhte entspannt auf der Rückenlehne. Mit der anderen Hand streichelte sie eine weiße Perserkatze. Es gab keinen Zweifel: Das Kätzchen auf dem Foto und das Kätzchen, das hier zufrieden auf Kabunkes Sofa lag und mittlerweile friedlich schlief, war ein und dasselbe.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie seufzte: „Ist sie nicht schön?“ Mit dem Zeigefinger strich er verträumt über das Fotopapier. „Dürfen wir ihr die Katze bringen?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Aber natürlich, mein Spätzchen!“ Frau Kabunke strich ihrem Sohn liebevoll über das Haar.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die Kinder streichelten noch einmal verstohlen das Fell der schlafwarmen Katze, bevor sie in einen großen Karton mit Luftlöchern befördert wurde, den Ronnie an sich nahm. Gemessenen Schrittes, beinahe feierlich gingen Yingxin, Niels und Ronnie zur Straßenbahn, jeder mit einem versonnenen Lächeln auf den Lippen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Aufregung machte sich erst breit, als die Bahn allmählich die Reihenhäuser, die für Ölkendorf typisch sind, hinter sich ließ und die ruhige Villengegend mit Kieswegen, alten Eichen, Auffahrten und uraltem Kopfsteinpflaster erreichte.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Am Elbsandgraben stiegen sie aus und stapften durch den Schnee, der hier viel weißer und üppiger zu sein schien als in Ölkendorf, die Straße entlang zur Hausnummer 5, wo hinter einem schmiedeeisernen Gatter erst ein großer Park, dann etwas höher gelegen, eine weiße Villa sichtbar wurde.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Zu ihrem Erstaunen brauchten sie gar nicht zu klingeln, denn das Tor stand speerangelweit offen und in der Auffahrt parkten drei Polizeiwagen mit flackerndem Blaulicht.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Die hat wegen der Katze sogar die Polizei gerufen?“ Niels war verwundert.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Reiche Leute sind da vielleicht anders“, meinte Yingxin achselzuckend.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wo wollt ihr hin?“ Ein Polizist kam den Kindern mit schnellen Schritten entgegen und fuchtelte mit der Hand.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Na, wir bringen die Katze“, erklärte Ronnie.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Die Katze?“ der Polizist kniff misstrauisch die Augen zusammen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Zum Glück erspähte Yingxin in diesem Moment Herrn Löffelhöfer unter den Polizisten, die gerade dabei waren das Haus zu betreten. Wie gewohnt trug er einen Trenchcoat und einen karierten Hut.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir wollen die Katze bringen“, wiederholte Yingxin. „Herr Löffelhöfer kennt uns.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Also gut. Weitergehen.“ kommandierte der Polizist und sah den Kindern mit strenger Mine nach.</address>
<address style="padding-left: 120px;">Herr Löffelhöfer war mittlerweile mit den anderen Polizisten im Inneren der Villa verschwunden. Die Haustür war nicht geschlossen worden und so gelangten die Kinder ohne weiteres in das Haus. Dort erwartete sie eine riesige Eingangshalle, von der eine geschwungene Marmortreppe mit roten Läufern in ein oberes Geschoss führte. Links führte eine Tür in einen Raum aus dem Stimmen und ein furchtbares Schluchzen drangen, so dass Niels, Yingxin und Ronnie beschlossen, dort anzuklopfen. Ein etwas älterer Polizist öffnete ihnen die Tür. In diesem Zimmer, es handelte sich offenbar um eine Art Salon, standen Herr Löffelhöfer und zwei weitere Polizisten in Zivil um eben das rote Plüschsofa, das die Kinder bereits von Tilly Plörrs Autogrammkarte kannten. Nur Tilly Plörr selbst, die zusammengekauert auf diesem Sofa saß, sah ganz und gar anders aus als auf dem Bild, denn sie weinte wie ein Schloßhund und trug kein Abendkleid sondern Jeans und einen Daunenanorak. Ihr Haar war zu einem losen Zopf gebunden und einige Strähnen hingen ihr wirr in das tränennasse Gesicht. Mit dem Handrücken versuchte sie die herabstürzenden Tränen zu trocknen und verwischte dabei nur noch mehr die zerlaufene Schminke. Es war ein Bild des Jammers. Als sie aufblickte und die Kinder im Zimmer sah, fuhr sie wütend hoch: „Wer hat die Kinder hereingelassen? Ich gebe heute keine Autogramme! Weg! Weg mit den Kindern. Hinaus!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Aber&#8230;“ Yingxin deutete auf den Karton. „Wir bringen die Katze!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Minkie?“ Mißtrauisch sprang Tilly Plörr auf und ließ sich den Karton reichen. „Minkie!“ rief sie begeistert, als sie ihre Katze entdeckte. Nun schienen leise Tränen des Glücks über ihre Wangen zu laufen, als sie den Korb öffnete und die Katze wie einen kostbaren Juwel entnahm.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Minkie! Meine Minkie!“ schluchzte sie. „Du bist da! Du bist da!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Yingxin sah Niels mit einen fragenden Blick an. Niels zuckte die Schultern.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Kinder, ich bin euch so dankbar! So dankbar! Setzt euch doch! Aber &#8211; wo habt ihr Minkie gefunden?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Mit einem verlegen „guten Tag“ schoben sich die Kinder an dem erstaunten Kommissar vorbei und nahmen vorsichtig auf dem Sofa Platz.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„In einem Park in Ölkendorf“ erklärte Ronnie und rutschte vor Aufregung vom Sofa. Schnell berappelte er sich wieder und lief knallrot an. „In Ölkendorf&#8230;“, flüsterte Frau Plörr und schneuzte sich. „Mein lieber Kommissar, erlauben sie, dass ich den Kindern etwas zu trinken bringe, damit sie mir in aller Ruhe erzählen können, wie und unter welchen Umständen sie meine arme alte kleine Minkie gefunden haben? Selbstverständlich bieten ich ihnen, meine Herren, auch etwas zu trinken an.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Herr Löffelhöfer sah auf die Uhr „Nein für uns nicht, danke! Aber die Kollegen von der Spurensicherung können ja schon einmal mit der Tatortbesichtigung fortfahren.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Die zwei Herren in Zivil nickten, griffen nach zwei schwarzen schweren Koffern und verließen den Raum.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Tatortbesichtigung?“ Niels war verwundert.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Ja, hier wurde soeben eingebrochen und Juwelen im Wert mehrerer Millionen Euro gestohlen“, erklärte Herr Löffelhöfer.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Die Juwelen der verstorbenen Mutter meines Mannes. Einer geborenen Großherzogin!“ schluchzte Frau Plörr. „Ich versteh das einfach nicht! Ich war nur wenige Stunden fort. Und der Tresor ist einfach so offen! Woher wußten die Täter die Kombination? Woher wußten sie von den geheimen Fach in der Bibliothek?“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Herr Löffelhöfer nickte bedächtig. „Solche Fälle haben wir jetzt öfters hier in Grüngurken. Sie sind nicht die einzige, bei der eingebrochen wurde und auf diese Weise abgeräumt wurde!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das Dienstmädchen hat heut frei und der Butler ist krank! Warum waren die Halunken so gut informiert, frage ich sie!“ rief Tilly mit dramatischer Geste.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Das ist eine gute Frage, Frau Plörr. Das ist eine sehr gute Frage“ Herr Löffelhöfer führte den Zeigefinger, mit dem er gerade noch in der Luft geschwungen hatte,  nachdenklich an die Lippen und starrte in die unbestimmte Ferne.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Seit wann war denn Minkie verschwunden?“ mischte sich Yingxin in das Gespräch.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wißt ihr, Kinder, das hatte ich noch gar nicht bemerkt. Ich bin eben erst gekommen, dann rief ich die Polizei.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wahrscheinlich hat der Täter die Tür offen gelassen und die Katze ist entlaufen“, kombinierte Herr Löffelhöfer.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Bis nach Ölkendorf, du Süße. Bis nach Ölkendorf bis du gelaufen!“ Tilly knuddelte und herzte die Katze, die sich aber aus der Umklammerung befreite und auf den Boden sprang.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Seht doch, sie humpelt!“ rief Tilly Plörr erschrocken und nahm die sich sträubende Katze sofort wieder auf den Arm.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Also ich habe kein Humpeln gesehen“ bemerkte Yingxin. Doch Tilly Plörr schien vor Angst um ihre Katze nun beinahe panisch.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Kinder, wir müssen den Kakao auf ein anderes mal verschieben!“ rief sie, während sie die Katze mit Tränen in den Augen an sich presste. „Herr Kommissar, wenn ich hier nicht gebraucht werde, entschuldigen sie mich bitte. Ich muß <em>so-fort</em> zum Tierarzt!“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Herr Löffelhöfer legte seine Hand beschwichtigend auf den Arm der Schauspielerin. „Frau Plörr, Gnädigste, wir kommen auch ohne sie zurecht. Fahren sie nur.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Kann ich euch mitnehmen Kinder? Ich muß in die Innenstadt zu Dr. Warholigs Haustierklinik.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">Ronnie, immer noch knallrot, wollte gerade mit bescheidender Geste ablehnen, doch rief erfreut: „Ja, gerne, das liegt doch auf den Weg.“</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Dann kommt schnell, ihr Lieben!“ Tilly Plörr lief eilig voran in die Eingangshalle und führte die Kinder in die angrenzende Garage, in der verschiedene Luxuskarossen standen.</address>
<address style="padding-left: 120px;">„Wir nehmen den Porsche.“</address>
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