Meine Empfehlungen
Der Kackofant
Klaus Cäsar Zehrer, Verzeihung Dr. Klaus Cäsar Zehrer (Dissertationsthema “Dialektik der Satire”), hat mit dem großartigem Fil ein Kinderbuch gemacht. Ergebnis ist diese hochlustige Geschichte, die besonders Kinder um die vier Jahre herum interessieren dürfte. Der Kackofant ist überall dort zur Stelle, wo Not am Mann ist (“Wo kommt das viele Feuer her? fragt ratlos sich die Feuerwehr …”). Die Rettung naht in Form elefantöser Ausscheidungen, aber sehen Sie selbst.
Ebenfalls empfehlenswert ist die blutrünstige Geschichte Knut Großmut, der Raubtierbändiger, gedichtet von Klaus Cäsar Zehrer mit Illustrationen von F.W. Bernstein. Hauptakteur, wenn man so sagen darf, ist ein hungriger Zirkuslöwe. Letztlich werden ziemlich viele Leute aufgefressen. Also kein Buch für Eltern mit schwachen Nerven.
tschick
Zwei Jugendliche machen sich in einem geklauten Lada auf den Weg in die Walachei. Selbstverständlich kommen sie dort nie an, finden aber wahre Freundschaft und lernen die verblüffende Nettigkeit der Welt kennen. Tschick ist eine Road-Novel, ein Buddy-Buch und ein bisschen mehr. Ob es von Wolfgang Herrndorf für Jugendliche oder Erwachsene geschrieben wurde, darüber konnte man sich noch nicht einigen. Es wurde mit dem Clemens-Bretano-Preis ausgezeichnet und war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, wo es zum Publikumsfavoriten gewählt wurde. Nahezu gleichzeitig landete es auch auf der Nominierungsliste für den Jugendliteraturpreis, der im Herbst 2011 vergeben wird. Ab Herbst kann man tschick auch in Dresden als Theaterfassung sehen.
Haarweg zur Hölle
Haarweg zur Hölle ist ein Buch für Jugendliche, junge Erwachsene und alle, die in den 80ern ihre Jugend gelassen haben. Als Rock-Roman handelt es natürlich von einer Band, die nach oben will. Und von einer abstrusen Musikrichtung, von der ich vorher gar nicht wußte, dass es sie ernsthaft gab: Hair-Metal. Erwachsene Männer mit toupierte Frisuren, hautengen Synthetik-Hosen und Glitzerzeug am ganzen Körper waren Programm (und kein Versehen, wie ich dachte). Hermann Bräuer war selbst Hair-Metaller und beschreibt in seinem “hart gerockten Heimatroman” die Münchner Szene der 80er Jahre. Das macht großen Spaß zu lesen und ist leider viel zu schnell zu Ende. Aber man kann ja wieder von vorne anfangen.
